Carmen Jones

Carmen Jones

Sonntag, 30. März 2025

Yentl


Regie: Barbra Streisand 

Student an einer Jeshiva...

Als Barbra Streisands ambitioniertes Film-Musical "Yentl" im Jahr 1983 in die Kinos kam, war das Echo zweigeteilt. Für die einen war der sensible Film, bei dem Streisand neben der Hauptrolle und dem Gesang, auch die Regie und das Drehbuch übernahm, ein feministisches Meisterwerk. Andere sahen sich bestätigt als der Film neben seinen Oscar- ( Amy Irving als beste Nebendarstellerin, die Songs "Papa can you hear me" und "The Way he makes me feel" Michel Legrand für die Musik und das Trio Walker, Tomkins und Davies für die beste Ausstattung) und Golden Globe Nominierungen (Streisand für die Regie, für den besten Film und als beste Darstellerin, Mandy Patinkin, Michel Legrand sowie der Song "The Way he makes me feel", auch in einigen Kategorien für die Goldene Himbeere nominiert wurde. So erhielt Barbara Streisand selbst die zweifelhafte Ehre als schlechteste Darstellerin und Amy Irving für die schlechteste Nebenrolle und Michel Legrand für die schlimmste Filmmusik möglicherweise ausgezeichnet zu werden. Am Ende gab es zum Glück zwei Golden Globes (Bester Film, beste Regie), einen Oscar (Michel Legrant), aber keine Goldene Himbeere. Gut so, denn "Yentl" wurde damals und das bis heute sehr unterschätzt. 1983 war das Jahr für "Zeit der Zärtlichkeit", doch Streinsands Film ist mindestens gleichwertig. Die Musik und die Songs bleiben unvergessen und die filmische Adaption nach der Isaak Bashevie Singers Kurzgeschichte "Yentl, the Jeshiva Boy" ist lustig, feinfühlig und intensiv. Kameramann David Watkins (Oscar für "East of Africa") fängt das osteuropäische Leben um die Jahrhundertwende in klasse Bildern ein. Es ist auch ein Film, der die Rolle der gesellschaftlicher Konventionen aufgreift und in Frage stellt. Yentl (Barbra Streisand) ist eine Frau, die 1904 in einem Schtetl namens Yanev in Osteuropa, wahrscheinlich in Polen oder Lettland lebt. Yentls Vater, Reb Mendel (Nehemiah Persoff), unterrichtet sie heimlich im Talmud, obwohl Frauen dieses Studium gemäß den Gepflogenheiten ihrer Gemeinde verboten ist. Yentl weigert sich, mit einem Mann verheiratet zu werden. Nach dem Tod ihres Vaters beschließt Yentl, ihr Haar kurz zu schneiden, sich wie ein Mann zu kleiden, den Namen ihres verstorbenen Bruders Anshel anzunehmen und eine Jeschiwa, eine jüdische Religionsschule in Bychawa, zu besuchen. Dort freundet sie sich mit einem Mitschüler, Avigdor (Mandy Patinkin) an und lernt dessen Verlobte Hadass (Amy Irving) kennen. Als sie herausfindet, dass Avigdor über den Tod seines Bruders gelogen hat (ein Selbstmord, keine Lungenentzündung, wie Avigdor behauptete), sagt Hadass‘ Familie die Hochzeit ab, da sie befürchtet, dass Avigdors Familie vom Wahnsinn befallen ist. Hadass' Eltern beschließen, dass sie stattdessen "Anshel“ heiraten soll, und Avigdor ermutigt seinen besten Freund "Anshel“, die Ehe einzugehen, damit Hadass jemanden heiraten kann, den sie kennt, anstatt einen Fremden zum Ehemann zu haben. "Anshel“ heiratet Hadass widerstrebend, damit Avigdor die Stadt nicht verlässt; die Ehe bleibt unvollendet – "Anshel“ behauptet, es sei eine Sünde, wenn sich eine Frau einem Mann hingibt, während sie einen anderen liebt. "Anshel“ beginnt, Hadass den Talmud beizubringen. Unterdessen entwickelt Hadass romantische Gefühle für "Anshel“, während Yentl sich selbst in Avigdor verliebt. Yentl bricht mit Avigdor zu einem Ausflug in die Stadt auf, der ihn für ein paar Tage von zu Hause wegführt. In ihrer Unterkunft in der Stadt offenbart Yentl Avigdor schließlich ihre wahre Identität. Zunächst glaubt Avigdor nicht, dass seine Freundin eine Frau ist, aber Yentl beweist ihre Weiblichkeit, indem sie ihm ihre Brüste zeigt. Als ein verwirrter Avigdor sie fragt, warum sie es ihm nicht gesagt hat, bricht Yentl in seinen Armen zusammen und zeigt, dass sie ihm ihr wahres Ich aus Liebe offenbart hat. Avigdor ist fassungslos, erwidert die Gefühle aber nach einem Moment des großen Schocks und bemerkt, wie schön Yentls Gesichtszüge sind. Die beiden küssen sich, aber Avigdor löst sich plötzlich von ihm, da er sich an Hadass erinnert. Yentl versichert ihm, dass ihre Ehe nicht gültig ist. Avigdor schlägt vor, dass er und Yentl durchbrennen. Yentl erkennt, dass sie ihr Studium nicht fortsetzen kann, wenn sie Avigdor heiratet, und dass sie mehr vom Leben will, als eine Ehefrau zu sein. Yentl und Avigdor trennen sich, da sie wissen, dass sie sich immer umeinander kümmern werden. Es wird angedeutet, dass die Ehe von Hadass und "Anshel“ annulliert wird, da sie nie vollzogen wurde. Avigdor kehrt zurück, um Hadass zu heiraten. In der folgenden Szene sind die beiden wieder vereint und lesen einen Brief von Yentl, in dem sie erfährt, dass sie an einen neuen Ort geht und sie beide immer lieben wird. Yentl verlässt Europa auf einem Schiff in Richtung USA, wo sie hofft, ein Leben mit mehr Freiheit zu führen. Mit einem Lächeln im Gesicht beendet Yentl ihre Geschichte mit dem überragenden Filmsong "A piece of Sky", was ein erhabenes Schlußbild erzeugt..


"Yentl" spielte fast 70 Millionen Dollar ein und somit aus kommerzieller Sicht ein Hit. Man hat der Streisand damals vorgeworfen, dass es ihr nicht glaubhaft gelingt einen jüdischen Studenten zu spielen. Dazu sei sie mit über 40 Jahren viel zu alt. Ich sehe das anders. Im Nu hat der Zuschauer vergessen, dass hinter der Figur das bekannte Gesicht der Schauspielerin und Sängerin steckt - denn im Nu ist der Zuschauer verzaubert von dem Wagemut der Geschichte einer Frau, die konventionelle Regeln bricht und damit ein hohes Risiko eingeht.



Bewertung: 9,5 von 10 Punkten.  

New York, New York


Regie: Martin Scorsese

Zwischen Kunst und Kommerz...

Der ungarische Kameramann Laszlo Kovaks wurde für viele Hollywood-Klassiker engagiert, wie beispielsweise "Easy Rider", "Bewegliche Ziele", "Paper Moon" "Five Easy Pieces", "Shampoo", "Frances", "Ghostbusters" oder "Copy Kill". Für Martin Scorseses Romantik-Musikfilm "New York, New York" lieferte er die wunderbare Optik im Film Noir Style. Fred Ebb und John Kander schrieben die Musik. Vor allem der Titelsong "New York, New York" wurde zum absoluten Klassiker und zum Highlight als eines der schönsten Filmsongs überhaupt. Noch erfolgreicher als Liza Minellis Original, das sie auf dem Höhepunkt des Films singt, wurde die Version von Frank Sinatra, die er zwei Jahre später in sein Repertoire aufnahm. Da "New York, New York" beim Umsatz unter den Erwartungen blieb (er spielte damals bei einem Budget von 9 Millionen Dollar nur 17 Millionen Dollar ein, was für die Producer natürlich eine Enttäuschung war) ignorierte ihn die Academy bei der Oscarvergabe total. Immerhin konnte Scorseses dunkle Hommage an die Frühzeit der Jazzmusik vier Golden Globe Nominierungen erhalten: Für den besten Song, als bester Film und für beide Hauptdarsteller Liza Minelli und Robert de Niro. Am 14. Juni 1980 erreichte die Single in der Version von Sinatra Platz 32 der Billboard Hot 100 und es war Sinatras letzter Top-40-Hit. Sowohl Sinatras als auch Minnellis Versionen sind eng mit Manhattan in New York City verbunden. Sinatra spielte die Nummer bis zu seinem Rücktritt 1995 bei fast allen seinen Konzerten, und Minnelli spielt sie weiterhin bei fast allen ihren Konzerten. Am V-J Day 1945 (Sieg über Japan) findet in einem New Yorker Nachtclub eine Feier statt, die vom Tommy Dorsey Orchestra musikalisch begleitet wird. Dort trifft der egoistische und gesprächige Tenorsaxophonist Jimmy Doyle (Robert de Niro) die unbedeutende Truppenbetreuungssängerin Francine Evans (Liza Minelli). Obwohl einsam, will sie nichts mit dem aufdringlichen und extrovertierten Jimmy zu tun haben, der sie nach ihrer Telefonnummer fragt. Am nächsten Morgen teilen sie sich ein Taxi, und gegen ihren Willen begleitet Francine Jimmy zu einem Vorsingen, bei dem er mit dem Clubbesitzer streitet. Um das Vorsingen wieder in Gang zu bringen, beginnt Francine den alten Klassiker "You Brought a New Kind of Love to Me“. Jimmy stimmt auf seinem Saxophon ein. Der Clubbesitzer ist beeindruckt, und zu Francines Erstaunen wird beiden ein Job als reisende Sängerin angeboten. Von diesem Moment an vertieft sich die Beziehung zwischen Jimmy und Francine zu einer Mischung aus Besessenheit und Liebe. Doch es gibt Probleme – vor allem Jimmys Neigung, sich mit seinen Kollegen zu streiten, sein übertrieben dramatisches Verhalten und seine zunehmend heftigen Auseinandersetzungen mit Francine, die schwanger wird. Ein besonders heftiger Streit zwischen den beiden führt dazu, dass bei Francine die Wehen einsetzen. Jimmy bringt sie eilig ins Krankenhaus, wo sie einen Jungen zur Welt bringt. Jimmy ist jedoch weder bereit, Vater noch ein guter Ehemann zu sein, und verlässt seine Frau. Er weigert sich, seinen neugeborenen Sohn zu sehen, als er das Krankenhaus verlässt. Einige Jahre später nimmt Francine in einem Aufnahmestudio "But the World Goes Round“ auf, eine kraftvolle Hymne, die in die Charts klettert und ihr zu einer beliebten Unterhaltungsfigur verhilft. In den folgenden Jahren sind Jimmy und Francine beide in der Musikbranche erfolgreich; er wird ein renommierter Jazzmusiker und Clubbesitzer, sie eine erfolgreiche Sängerin und Filmschauspielerin. Jimmy nimmt einen selbstgeschriebenen Song auf seinem Saxophon auf, der die Jazzcharts anführt, und Francine festigt ihren Ruhm mit dem Lied "New York, New York“, für das sie den Text beigesteuert hat. Ihr Auftritt, der von einem begeisterten Publikum gefeiert wird, findet in demselben Nachtclub statt, in dem sie und Jimmy sich Jahre zuvor kennengelernt hatten. Nach der Show ruft Jimmy seine Ex-Frau an und schlägt ein gemeinsames Abendessen vor. Francine ist versucht und geht zum Bühnenausgang, überlegt es sich aber im letzten Moment anders. Jimmy wartet auf dem Bürgersteig, merkt, dass er versetzt wurde und geht die Straße entlang...


Traurig, nicht wahr ? Es ist eine Lovestory zweier Künstler mit Höhen und Tiefen, die aber schließlich auseinandergeht. Für Scorsese war es ein Projekt, mit dem er den düsteren Realismus verlassen wollte, für den er so berühmt geworden war. Deshalb auch die künstlichen Kulissen, Martin Scorseses technische Virtuosität und Liza Minellis magnetische Präsenz kommen in  diesem Film jedoch voll zur Geltung, auch wenn die Mischung aus schmachtendem Stil und knallhartem Realismus dieses ambitionierten Musicals ungewöhnlich ist. Wenn man ihn im Vergleich zu den vorherrschenden Filmthemen der progressiven 70er sieht, dann kann man vielleicht sogar von einem letzten Ausbruch aus dem alten Hollywood sprechen.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

Honkytonk Man


Regie: Clint Eastwood

Reise nach Nashville...

Einer der weniger bekannten Filme von Clint Eastwood ist das 1982 entstandene tragische Musikerportrait "Honkytonk Man" aus dem Jahr 1982. Eastwoods damalige Lebensgefährtin Sondra Locke (1944 bis 2018) hat ihn bei der Rolle des Country Sängers Red Stovall unterstützt - er spielte selbst Gitarren und sang die Filmsongs. James Stewart war die erste Wahl für die Rolle des Grandpa Wagoneer, doch er lehnte ab. So bekam John McInitre diese Nebenrolle.  Dieser etwas schrullige aber ungeheuer sympathische Musical-Western, der während der Großen Depression spielt, basiert auf dem Roman von Clancy Carlile, der auch das Drehbuch zum Film schrieb.  Es war auch zugleich Marty Robbins' letzter Auftritt vor seinem Tod. Die Geschichte von Clints Figur Red Stovall basiert lose auf dem Leben von Jimmie Rodgers. Der umherziehende Westernsänger Red Stovall (Clint Eastwood) leidet an Tuberkulose, erhält aber die Chance, in der Grand Ole Opry in Nashville, Tennessee aufzutreten und möglicherweise groß rauszukommen. Er wird von seinem jungen Neffen Whit (Kyle Eastwood) begleitet, obwohl dessen Eltern (Verna Bloom, Matt Clark) nicht sicher sind, ob die Erlaubnis den Onkel zu begleiten eine gute Idee ist. Nach einer Reihe von Abenteuern, darunter einer Begegnung mit einem Schuldner von Red (Barry Corbin), einer weiteren jungen Mitreisenden (Alexa Kenin) dem ersten sexuellen Erlebnis des Neffen in einem Bordell, kommen sie endlich an. Ein Hustenanfall beim Vorsingen ruiniert zwar seine Chancen, doch die Talentsucher einer Plattenfirma sind so beeindruckt, dass sie eine Aufnahmesession vereinbaren, als ihnen klar wird, dass er nur noch wenige Tage zu leben hat. Mitten in dieser Session erreicht die Tuberkulose ein kritisches Stadium, und Reds Text wird von Smokey, einem Nebengitarristen (Countrysänger Marty Robbins), übernommen. Red erliegt schließlich der Krankheit, während Whit schwört, die Geschichte seines Onkels zu erzählen. Reds alter Lincoln Model K Tourenwagen, der im ganzen Film präsent ist, "stirbt“ schließlich auf dem Friedhof, auf dem Red seine letzte Ruhe findet...



 "Honkytonk Man" ist einer dieser Eastwood Filme, die eine Herzensangelegenheit des Filmstars waren. Der Film erhielt auch viel Lob, obwohl das Tempo langsam ist und sehr ländlich... allerdings sind die Darstellerleistung von Eastwood und Sohn so gut, dass viele Momente des Film sehr berührend sind. Dass sie keineswegs alle perfekt sind, macht die Geschichte nur noch authentischer. An den Kinokassen der USA und Kanada spielte der Film 4,5 Millionen US-Dollar ein, Eastwoods niedrigster Einspielerfolg seit über einem Jahrzehnt. Der Film wurde für „No Sweeter Cheater than You“ für die Goldene Himbeere als schlechtester Originalsong nominiert. Dennoch lohnt sich eine Entdeckung mit diesem Film. Für mich einer der überzeugendsten Film des Regisseurs Clint Eastwood. 

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Doctor Dolittle


Regie. Richard Fleischer

Der erste Mensch, der mit Tieren spricht...

Das Musical "Doctor Dolittle" wurde 1967 von Richard Fleischer inszeniert und fällt in der Filmographie des Regisseurs deutlich aus dem Rahmen. Fleischer erhielt bereits 1948 den Oscar für den Dokumentarfilm "Design for death" und drehte in der Folge Filmklassiker wie "20.000 Meilen unter dem Meer", "Die Wikinger", "Der Zwang zum Bösen", "Barabbas", "Die phantastische Reise", "Boston Strangler", "Tora Tora Tora", "Jahr 2022", "Das Gesetz bin ich", "Mandingo", "Ashanti" und "Conan, der Zerstörer".
"Doctor Dolittle" spielte weltweit lediglich 16 Millionen Dollar ein, was bei einem üppigen Budget von 17 Millionen Dollar viel zu wenig an Einnahmen bedeutete. Insgesamt mussten die Macher einen millionenschweren Verlust hinnehmen und auch die zeitgenössischen Kritiken fielen nicht besonders gut aus. Dennoch ist "Doctor Dolittle" im Laufe der Zeit zu einem Kultfilm geworden, nicht nur für Kinder und für Erwachsene, die immer noch ein bisschen Kind in sich haben. Auch für Tierliebhaber und Vegetarier und für Kinofans, die auf phantasievolle Geschichten mit edler Ausstattung schwören. Der Song "Talk to the Animals" ist putzig und Songwritter Leslie Bricusse gewann auch zu Recht einen Oscar. Ebenfalls oscarpreisgekrönt wurden die visuellen Effekte von L. B. Abbott. Insgesamt vergab die Academy 9 Nominierungen, darunter auch für den besten Film und für Kameramann Robert L. Surtees.
Dr. John Dolittle (Rex Harrison) hat mit Hilfe seiner sprechenden Papageiendame Polynesia die Sprache von 498 Tierarten gelernt. Mit "Goldfisch" wären es sogar 499. Der Tierarzt lebt in dem kleinen englischen Dorf "Puddleby on the Marsh" und hat vor langer Zeit schon Medizin studiert. Seine resolute Schwester Sarah (Portia Nelson) hat ihn aber vor die Wahl gestellt entweder für die Menschen ein guter Arzt zu sein oder für die Tiere. Da Dr. Dolittle mit den Tieren besser zurechtkommt und sich auch für die Tiere entschied, verließ er das Haus und praktiziert seither in dem Dorf am Hafen. Seine besten Freunde sind natürlich die Tiere Chee-Chee (Schimpanse), Yip (Hund), Gub Gub (Schwein9 und natürlich die besonders sprachbegabte Papageiendame Polynesia, die bei ihm im Haus wohnen sowie der Katzenfuttermann Matthew Mugg (Anthony Newley) und den kleinen Tommy Stubbins (William Dix). Eine verletzte Ente soll verarztet werden und das ist eine Kleinigkeit für den Tierarzt.
Dolittle steht kurz davor 500 Tiersprachen zu beherrschen und ist gerade dabei zu lernen, wie man mit Meeresbewohnern kommunizieren kann. Daher hat er vor eine Expedition zu starten um die legendäre Große Rosa Riesenseeschnecke zu finden. Doch zuvor muss er sich mit General Bellows (Peter Bull) und dessen Nichte Emma Fairfax (Samantha Eggar) herumschlagen. Letztere läuft bald zum egozentrischen tierarzt über und nimmt dann logischerweise auch an der Expedition teil...

In der Rolle des Zirkusbesitzers Blossom ist Richard Attenborough zu sehen. Weitere Attraktionen in dem verspielten Film ist das zweiköpfige Stoßmich-Ziehdich Lama und die traurige Seehündin Sophie. Bei dem Film kamen über 1.200 lebende Tiere zum Einsatz, es gibt Anekdoten über eine Ziege, die Richard Fleischers Drehbuch fraß und über einen Papagei, der lernte "Schnitt" zu sagen.
Der Film basiert auf der Romanreihe "Doctor Dolittle" von Hugh Lofting.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Ein süßer Fratz


Regie: Stanley Donen

Der Fotograf und die Verkäuferin...

 Die Geschichte von dem unscheinbaren Tanzgirl bzw. sogar vom häßlichen Entlein, das zum strahlend schönen Schwan in einer Folge aneinandergereihter Tanz- und Gesangsdarbietungen wird, ist sicherlich nicht neu im Musicalgenre und hat bereits in Filmen wie "42nd Street", "Du sollst mein Glückstern sein" oder "Ein neuer Stern am Himmel" bestens funktioniert. So auch in dem 1957 realisierten "Ein süßer Fratz" von Stanley Donen, der für insgesamt vier Oscars nominiert wurde (bestes Orginaldrehbuch, bester Kameramann Ray June, beste Ausstattung und beste Kostüme). Wie bereits im vorangegangenen "Daddy Langbein" mit Leslie Caron könnte Fred Astaire beinahe schon der Großvater seiner Herzensdame Audrey Hepburn sein, die in diesem Filme aller Songs selbst singt. Sie konnte auch ihrer großen Leidenschaft für das Tanzen nachgehen. Die Handlung der Filmversion unterscheidet sich drastisch von der des Broadway-Musicals, und nur vier der Lieder sind erhalten geblieben. Maggie Prescott (Kay Thompson), Modemagazin-Herausgeberin und Redakteurin des Magazins Quality, sucht nach dem nächsten großen Modetrend. Sie möchte einen neuen Look, der sowohl "schön“ als auch "intellektuell“ sein soll. Sie und der Top-Modefotograf Dick Avery (Fred Astaire)wollen Models, die "so gut denken können, wie sie aussehen“. Die beiden überlegen und kommen auf die Idee, einen Buchladen in Greenwich Village als Kulisse zu verwenden. Sie finden, was sie suchen, bei "Embryo Concepts“, das von der schüchternen Verkäuferin und Hobbyphilosophin Jo Stockton (Audrey Hepburn) geführt wird.  Maggie beschließt, Jos Buchladen für Aufnahmn zu verwenden, aber nach der ersten Aufnahme wird Jo ausgesperrt, damit sie Maggies Übernahme des Ladens nicht stören kann. Die Crew verlässt den Laden in einem Chaos; Dick bleibt zurück, um beim Aufräumen zu helfen, entschuldigt sich bei Jo und küsst sie dann impulsiv. Jo weist ihn ab, aber ihr Lied "How Long Has This Been Going On?“ zeigt, dass sie die Regungen der Romantik spürt. Jo möchte vor allem nach Paris und die Philosophievorlesungen des berühmten Professors Émile Flostre (Michel Auclair) über Empathie besuchen. Als Dick in die Dunkelkammer zurückkehrt, sieht er etwas in Jos Gesicht, das neu und frisch ist und perfekt für die Kampagne wäre und ihr "Charakter“, "Geist“ und "Intelligenz“ verleihen würde. Sie schicken nach Jo und geben vor, einige Bücher in ihrem Laden bestellen zu wollen. Als sie ankommt, versuchen sie, sie zu stylen und ihr die Haare zu schneiden. Sie ist empört und rennt weg, nur um sich in der Dunkelkammer zu verstecken, in der Dick arbeitet. Als Dick Paris erwähnt, interessiert sich Jo für die Möglichkeit, Professor Flostre zu sehen, und wird schließlich überredet, für die Zeitschrift zu modeln. Somit geht es nach Paris und es entwickelt sich bei Jo und Dick vermehrt Gefühle...


Bei seiner Erstveröffentlichung war Funny Face ein Reinfall an den Kinokassen und erreichte nicht einmal die Gewinnschwelle. Als jedoch 1964 My Fair Lady (ebenfalls mit Hepburn) mit hervorragenden Kritiken und riesigen Einspielzahlen in die Kinos kam, brachte Paramount "Funny Face"erneut in die Kinos. Der Film zog daraufhin große Zuschauermengen an und erzielte schließlich einen Gewinn. Aus künstlerischer Sicht ist der Film gut gelungen, vor allem Audrey Hepburn ist einfach bezaubernd und Astaire tanzt im Alter von 58 Jahren immer noch wie ein junger Gott. 



Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Anatevka


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Norman Jewison

Der Fiedler auf dem Dach...

Das Musical "Anatevka" enstand 1971 - zu einer Zeit als die goldene Ära des Genres schon überschritten war. Dennoch schaffte der Film von Norman Jewison, der nach einem Drehbuch von Joseph Stein verfasst wurde, die Spitze der Kinojahrescharts 1971 zu erobern. Er spielte 40 Millionen Dollar in den USA ein und schlug damit Kassenhits wie "French Connection", "Dirty Harry", "Summer of 42", "Uhrwerk Orange" oder "Diamonds are forever".
Das Musical erzählt die Geschichte des armen jüdischen Milchmanns Tevje, der im frühen 20. Jahrhunderts im kaiserlichen Russland lebt -  mit seiner Frau und 5 Töchtern. Die Tradition will es so, dass diese fünf Töchter durch eine Heiratsvermittlerin sozusagen an den Mann gebracht werden sollen. Inmitten dieses traditionell geprägten Dorflebens geht die Sorge wegen der möglichen zaristischen Progrome um.
Die Dreharbeiten fanden in den Shepperton Studios in England und an Schauplätzen im ehemaligen Jugoslawien statt.
Auch der Song "If I were a rich man" (deutsche Version: Wenn ich einmal reich wär) wurde ein weltweiter Erfolg.
Es ist das Jahr 1905. Tevje (Chaim Topol) lebt in dem ukrainischen Dorf Anatevka, einem typischen Schtetl Russlands. Das Leben im Dorf vergleicht der Milchmann mit einem Fiedler auf dem Dach, der die Tradition nutzt, um eine angenehme, einfache Melodie zu spielen, ohne dass ihm dabei das Genick bricht.
In der Stadt trifft Tevye auf den radikalen Kommunisten Perchik (Paul Michael Glaser), der die Leute wegen einer sehr wahrscheinlichen baldigen Vertreibung aus dem Dorf, warnt. Tevye findet den jungen Marxisten zwar für verrückt, aber er lädt ihn zu sich nach Hause ein, wo seine Frau Golde (Norma Crane) für die ganze Familie gekocht hat. Die älteste Tochter Tzeitel (Rosalind Harris) soll mit dem Schlachter Lazar Wolf (Paul Mann) vermählt werden - alles eingefädelt durch die versierte Vermittlung der Kupplerin Jente (Molly Pichon). Doch Tzeitel liebt nicht den gut situierten Heiratskandidaten, sondern den armen Schneider Motel Kamzoll (Leonard Frey). Es kommt zum Eklat, weil sich Tzeitel vehement gegen diese Zwangsheirat wehrt und schließlich findet Tevye genügend Gründe die Abmachung mit dem Schlachter zu canceln - er gibt seiner Tochter und dem Schneider seine Erlaubnis und sein Segen. Auch die zweitjüngste Tochter Hodel (Michele Marsh) repräsentiert den Geist einer neuen Zeit, denn sie hat sich in den Rebellen Perchik verliebt und will diesen auch ehelichen. Es gibt noch eine dritte flügge Tochter im Haus: Chava (Neva Small) lernt den Nichtjuden Fedja (Ray Lovelock) kennen und lieben. Das ist dann erstmal zuviel für Tevye. Hier versagen erstmalig seine Monologe über das Für und Wider von unmöglichen Heiratswünschen...

Am Ende des Films kommt es tatsächlich zur Vertreibung, aber die Menschen lassen sich nicht ihre Freude am Leben nehmen. Es gibt tolle Songs und klasse Choreographien mit russischen Tänzen und sogar mit einer Traumsequenz, die Tevye seiner Frau vorlügt. Er erzählt, dass ihm die Witwe des Schlachters im Traum erschien und mit der baldigen Hochzeit überhaupt nicht konform geht. Der israelische Schauspieler Chaim Topol liefert eine grandiose Vorstellung, die mit einer Oscarnominierung belohnt wurde. Ebenso wurde Leonard Frey als Nebendarsteller von der Academy mit einer Nominierung bedacht. Ausserdem gabs Nennungen in den Kategorien "Bester Film", "Bester Regisseur", "Bestes Szenenbild", die nicht zum Sieg führten. In drei Kategorien durfte aber gejubelt werden: John Williams wurde für die beste Musik ausgezeichnet. Der britische Kameramann Oswald Morris (Oliver, Ein Haufen toller Hunde, Der Spion, der aus der Kälte kam, Moulin Rouge, Moby Dick) gewann ebenso einen Oscar. Desweiteren wurden die Herren Gordon K. McCallum und David Hyldyard für ihre Leistung in der kategorie "Ton" geehrt.


Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Oliver


Regie: Carol Reed

Fagin und seine Jungs...

Die Jahre 1968 bis 1970 markieren einen gewissen Wendepunkt in der Oscargeschichte. Während bei der Oscarwahl 1969 das opulente Musical "Oliver" von Carol Reed zum großen Sieger erklärt wurde, ging der innovative Konkurrent "2001 - Odyssee im Weltraum" mit nur einer Trophäe für die besten visuellen Effekte nach Hause. Er wurde damals auch nicht in der Kategorie "bester Film" berücksichtigt. Der Oscar brauchte eine Verjüngungskur, denn die Academy versuchte damals althergebrachte Erfolgsmuster weiter am Leben zu erhalten. Die 60er Jahre brachte alleine in der Kategorie "Bester Film" vier Musicals als Sieger hervor: West Side Story, My Fair Lady, The Sound of Music und Oliver. Die Oscarnacht 1970 brachte dann eine Überraschung zustande: "Hello Dolly" mit Topstar Barbra Streisand wurde in dieser wichtigsten Kategorie von einem sehr düsteren Film geschlagen, denn John Schlesingers "Asphalt Cowboy" gewann diesen Hauptpreis. Und "Easy Rider " ein Film der 68er Generation erhielt immerhin 2 Nominierungen.
"Oliver" brachte dem britischen Regisseur Carol Reed ein echtes Comeback, denn seine größten Erfolge wie "Ausgestoßen" und vor allem "Der dritte Mann" lagen schon lange Jahre zurück. "Oliver" basiert auf dem gleichnamigen Bühnenmusical von Lionel Bart, ein Adaption des berühmten Romans "Oliver Twist" von Charles Dickens. Dieser düstere Roman über ein Waisenkind, das im Armenhaus groß wird wurde mehrfach verfilmt. Die Versionen von  David Lean aus dem Jahr 1948 und von Roman Polanski aus 2007 sind nahezu perfekt. Bei Reeds Muscialversion muss man sich vielleicht daran gewöhnen, dass viele Szenen gesanglich und tänzerisch sind. Dennoch ist Carol Reed ein bezaubernder Film gelungen mit sehr vielen klasse Szenen und genauso guten Darstellerleistungen. Gute Kasse machte das Musical auch und landete mit 74 Millionen Dollar auf Platz 5 der Kino-Jahrescharts.
In einem Arbeitshaus in Dunstable wird den Waisenkindern der tägliche Haferbrei serviert. Eine Gruppe von Jungen ziehen Lose, wobei der kleine Oliver (Mark Lester) als einziger den verhedderten Strohhalm zieht. Dies zwingt ihn dazu aufzustehen und Mr. Bumble (Harry Secombe) und der Witwe Corney (Peggy Mount) um ein weiteres Tellerchen Brei zu bitten. "Ich will noch mehr, bitte Sir" wird aber als solche Frechheit angesehen, dass der Junge verkauft werden soll. Mr. Sowerberry (Leonard Rossiter) kauft den Jungen, weil er ihn besonders für Kinderbeerdigungen als Bestatter brauchen könnte. Sowerberrys etwas älterer Lehrling Noah Claypole (Kenneth Granham) schikaniert den Neuling wo er nur kann. Als er Olivers Mutter, die bei der Geburt starb, aufs übelste beledigt, kommt es zum Rinkampf der Beiden und anschließend wird Oliver in den Keller gesperrt. Er kann fliehen und versucht in London ein neues Leben zu beginnen. Dort trifft er auf den Artful Dodger (Jack Wild), der ihn sofort unter seine Fittiche nimmt und ihm auch ein Quartier zum Schlafen anbietet. Das befindet sich bei Fagin (Ron Moodey), Der jüdische Hehler verköstigt Oliver und Fagin hat eine ganze Meute von elternlosen Jungs bei sich beherbergt. Alle diese Jungs wurden von ihm zu versierten Taschendieben ausgebildet. Artful Dodger ist der Beste von Ihnen. Noch ehe Oliver die Kunst des Stehlens erlernen kann, wird er bei der Diebestour - ohne Dieb zu sein - fälschlicherweise dafür gehalten und verfolgt, er kommt ins Gefängnis. Doch als das Opfer Mr. Brownlow (Joseph O´Connor) sich sicher ist, dass der Junge nicht der Dieb war, nimmt er ihn bei sich auf. Eine Wendung, die sowohl Fagin noch dem äusserst brutalen Eigenbrötler Bill Sykes (Oliver Reed), mit dem Fagin Geschäfte macht und dessen Freundin Nancy (Shani Wallis) Sorgen bereitet. Denn der Junge könnte der Polizei zuviel von den kriminellen Machenschaften erzählen, das Versteck der Diebesbande ausplaudern, so dass Fagin und Sykes am Galgen enden. Bald schmiedet Sykes einen Plan, wie er den unliebsamen Mitwisser aus dem Wege räumen kann...

Am Ende ist es Sykes Hund Bully, der die aufgebrachte Menge zu seinem Versteck führt. Anders als im Roman kommt der Gauner Fagin in der Musical Version mit dem Leben davon und endet nicht am Galgen. Gemeinsam mit Artul Dodger tanzen sie durch eine Gasse im nächtlichen London, bereit für einen neuen Anfang und damit auch für weitere Schandtaten. Der Kinderdarsteller Jack Wild liefert eine überzeugende Darstellung, für die der damals 15jährige Junge eine Oscarnominierung bekam. Auch Ron Moodey als Fagin wurde in der Kategorie "bester Hauptdarsteller" berücksichtigt, unterlag jedoch Cliff Robertsons Leistung in "Charly".
Neben der Auszeichnung als bester Film gab es weitere Oscars für die grandiose Ausstattung, die Choreographieleistung von Onna White wurde mit einem weiteren Oscar bedacht. John Greens Musik gewann in seiner Kategorie, das Shepperton studio Sound Department durfte den Preis für den besten Ton entgegennehmen So auch der Regisseur selbst. Das British Film Institute, die Reeds Meisterwerk "Der dritte Mann" zum besten britischen Film aller Zeiten wählten, erkannten auch die Qualität seines Musicals und setzten "Oliver" in der gleichen Umfrage der All Time Top 100 auf Platz 77.




Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Hello Dolly


Regie: Gene Kelly

Die Heiratsvermittlerin...

Obwohl das im Jahr 1969 enstandene Musical "Hello Dolly" in den Kino Jahrescharts 1969 auf Platz 5 landete, waren die Produzenten nur wenig erfreut. Aufgrund der hohen Budgetkosten kam der Film erst viele Jahre später durch die Videoveröffentlichung in die Gewinnzone. Man hatte sich viel mehr erwartet, aber die große Zeit der üppigen Musicals war wohl vorbei. Das 70er Jahre Kino mit einen starken Hang zum Realismus stand vor der Tür. In den Jahren 1965 (My Fair Lady), 1966 (Meine Lieder meine Träume) und 1969 (Oliver) konnte der Musikfilm bei der Vergabe der Academy Awards noch triumphieren. Sie alle gingen in der Nacht der Verleihung als Sieger vom Platz. "Hello Dolly" wurde von Gene Kelly inszeniert und kam immerhin im Jahr 1970 auf 7 Nominierungen: Bester Film, Beste Ausstattung, Beste Kamera Harry Stradling, Beste Kostüme, Bester Score, Bester Ton und Bester Schnitt und konnte immerhin 3 Preise (Ausstattung, Ton, Score) gewinnen. Doch Barbra Streisand in der Hauptrolle, die im Jahr zuvor mit "Funny Girl" den Oscar gewinnen konnte, wurde bei der Nominierung übergangen. Dabei hat sie großen Anteil am Gelingen dieses farbenprächtigen und lebensfrohen Musicals und passt perfekt zu ihrem mürrischen Partner Walter Matthau, der die Rolle des Millionärs Horace Vandergelder übernahm.
Hauptfigur ist jedoch die charismatische Dolly Levi, eine willensstarken Heiratsvermittleri, die nach Yonkers, New York, reist, um eine Partnerin für den geizigen "bekannten unverheirateten Halbmillionär“ Horace Vandergelder zu finden. Dabei überzeugt sie seine Nichte, die Verlobte seiner Nichte und die beiden Angestellten von Horace, nach New York zu reisen, wo sich das Schicksal aller Beteiligten auf wunderbare Weise erfüllt.
Die Geschichte spielt im Jahr 1890 in New York. Die bekannte Heiratsvermittlerin Dolly Levy (Barbra Streisand) reist mit der Eisenbahn nach Yonkers, um für den reichen Unternehmer Horace Vandergelder (Walter Matthau) die passende Frau zu finden. Und Dolly weiß auch schon, wer am passendsten erscheint: Sie selbst natürlich, aber Horace hat sich inzwischen die Hutverkäuferin Irene Malloy (Marianne McAndrew) zu ehelichen. Seine Nichte Ermengarde (Joyce Ames) hat es sich ebenfalls in den Kopf gesetzt ihren Boyfriend Ambrose Kemper (Tommy Tune) zu ehelichen. Natürlich hat der Onkel was dagegen. Er führt auch gegenüber seinen beiden Angestellten Cornelius Hackel (Michael Crawford) und Barnaby Tucker (Danny Lockin) ein strenges Regiment, die sich schon lange zumindest mal einen freien Abend in Woche von ihrem Chef wünschen. Als er bereits auf dem Weg nach New York ist, macht Dolly den beiden Jungs ein Besuch in New York schmackhaft, denn ihr Plan ist es die beiden mit Irene und ihrer Angestellten Minnie Fay (E. J. Parker) bekanntzumachen und zu verkuppeln. Auch die Liebe zwischen Ermengarde und Ambrose soll ein gutes Ende nehmen und daher gehts mit superguten Vorsätzen "Put on your sunday Clothes" und dem Zug in die nahe gelegene Metropole....

Im Gourmet-Tempel Harmonia Gardens fällt dann auch langsam die Entscheidung "wer zu wem" gehört. Beim Song "Hello Dolly" tritt auch Louis Armstrong als Duettpartner für die Streisand auf. Der beste Song des Films ist jedoch tatsächlich dieses "Put on your sunday clothes", wenn sich scheinbar die ganze Bevölkerung von Yonkers auf den Weg macht, um voller Lebensfreude den Weg zum Bahnhof gehen und dort in den wartenden Zug nach New York City einsteigen. "
And we won't come home until we've kissed a girl" - so eine Zeile aus dem Song und passender kann man das Thema nicht beschreiben. Menschen, die die Liebe suchen und sie auch finden. Auch wenn das Musical nach altem Stil konzipiert wurde - es ist mein Guilty Pleasure im Genre Musical und es hebt meine Laune.
 




Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Samstag, 29. März 2025

Control


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Anton Corbijn

Tod eines Kultsängers...

 Der niederländische Fotograf Anton Corbijn war Art Director der Bands Depeche Mode und U2, deren visuelles Erscheinungsbild er über mehrere Jahre mit seinem Design sowie Bühnenbildern und Musikvideos maßgeblich prägte. Jahre später drehte er mit "Control" seinen ersten Kinofilm. Darin wird die Geschichte von Ian Curtis erzählt, dem Sänger der Kultband "Joy Division", die im Genre Post-Punk in den späten 70er Jahren berühmt wurden. Corbijn war bereits als Fotograf für Joy Division tätig.  Das Drehbuch von Matt Greenhalgh basiert auf der Biografie "Touching from a Distance" von Curtis' Witwe Deborah, die als Co-Produzentin des Films fungierte. Tony Wilson, der die Platten von Joy Division über sein Label Factory Records veröffentlichte, fungierte ebenfalls als Co-Produzent. Curtis' Bandkollegen Bernard Sumner, Peter Hook und Stephen Morris lieferten mit ihrer nach Joy Division entstandenen Band New Order die Hintergrundmusik für den Soundtrack. "Control "wurde teilweise vor Ort in Nottingham, Manchester und Macclesfield gedreht, darunter auch in den Gegenden, in denen Curtis lebte, und wurde in Farbe gedreht und anschließend in Schwarzweiß kopiert. Der Titel stammt aus dem Joy Division-Song "She’s Lost Control“ und spielt darauf an, dass sich ein Großteil der Handlung mit der Vorstellung beschäftigt, dass Curtis versuchte, sein Leben unter Kontrolle zu behalten, jedoch keine Kontrolle über seine Epilepsie und die Nebenwirkungen seiner Medikamente hatte. Curtis starb im Alter von 23 Jahren am 18. Mai 1980. Entstanden ist ein einfühlsames, düster-komisches und hervorragend gespieltes Biopic über diesen Popstar.“.Die außergewöhnliche Leistung von ‚Control‘ besteht darin, dass er gleichzeitig als musikalisches Biopic und als Lebensgeschichte funktioniert.1975 heiraten Ian Curtis (Sam Riley) und Debbie Woodruff (Samantha Morton) im Alter von 19 bzw. 18 Jahren in ihrer Heimatstadt Macclesfield südlich von Manchester, England. Ian zieht sich aus dem häuslichen Leben zurück und schreibt lieber in Einsamkeit Gedichte. Am 4. Juni 1976 besuchen sie ein Konzert der Sex Pistols mit Bernard Sumner (James Pearson), Peter Hook (Joe Anderson) und Terry Mason (Andrew Sheridan), die eine Band gründen. Fasziniert vom Konzert meldet sich Ian freiwillig als Sänger. Sie nennen sich Warsaw, und Terry übernimmt eine Managerrolle, zusammen mit Schlagzeuger Stephen Morris (Harry Treadaway). Die Band debütiert am 19. Mai 1977 und nennt sich bald darauf Joy Division. Ende des Jahres finanzieren Ian und Debbie die erste EP der Gruppe, An Ideal for Living. Während seiner Arbeit als Arbeitsvermittler wird Ian Zeuge, wie seine Klientin Corinne Lewis einen epileptischen Anfall erleidet. Unzufrieden mit der kurzen Erwähnung von Joy Division durch Fernsehmoderator Tony Wilson (Craig Parkinson) verlangt Ian, die Band in sein Programm aufzunehmen. Im April 1978 spielen Joy Division einen Bandwettbewerb und beeindrucken Tony und Rob Gretton (Toby Kebell), der ihr neuer Manager wird. Sie spielen "Transmission“ in Tonys Programm und unterschreiben bei seinem Label Factory Records; Tony unterschreibt den Vertrag mit seinem Blut. Im Dezember 1978 erleidet Ian auf dem Rückweg vom ersten Londoner Auftritt der Band einen Anfall. Bei ihm wird Epilepsie diagnostiziert und er bekommt Medikamente verschrieben, die ihn schläfrig und launisch machen. Als er erfährt, dass Corinne an einem Anfall gestorben ist, schreibt er "She’s Lost Control“ über sie. Er beginnt Debbie zu vernachlässigen, die im April 1979 ihre Tochter Natalie zur Welt bringt. Ian kündigt seinen Job, um auf Tour zu gehen, und überlässt Debbie die Arbeit und die Betreuung des Babys. Ian gesteht der belgischen Journalistin Annik Honoré (Alexandra Maria Lara), dass er zu Hause unglücklich ist und seine Ehe für einen Fehler hält. Die beiden beginnen während Joy Divisions Europatournee im Januar 1980 eine Affäre. Nach ihrer Rückkehr gesteht Ian Debbie, dass er sich nicht sicher ist, ob er sie noch liebt. Während der Proben zu "Love Will Tear Us Apart“ informiert Rob die Band, dass sie am 19. Mai zu einer US-Tournee aufbrechen werden. Debbie findet Beweise für Ians Untreue und stellt ihn zur Rede. Er verspricht, die Affäre sei vorbei, trifft sich aber weiterhin mit Annik während der Aufnahmen zu "Closer“ in Islington. Ian erleidet mitten im Auftritt einen Anfall und wird von Annik getröstet, die gesteht, dass sie sich in ihn verliebt. Er versucht, sich durch eine Überdosis Phenobarbital das Leben zu nehmen, doch Ärzte retten sein Leben. Er tritt weiterhin auf, ist aber von der Belastung erschöpft und von den Erwartungen des Publikums überwältigt. Bei einem Auftritt in der Derby Hall in Bury wird ihm der Stress zu viel, und er kann nur kurz auf die Bühne. Das Publikum randaliert, als Alan Hempstall von Crispy Ambulance für Ian einspringt und der Auftritt ruiniert ist. Ian sagt Tony, dass er glaubt, alle würden ihn hassen und alles seine Schuld sei. Als Debbie erfährt, dass Ian immer noch mit Annik zusammen ist, verlangt sie die Scheidung. Bernard versucht, Ian mit Hypnotherapie zu behandeln, woraufhin er zu seinen Eltern zieht. Er schreibt Annik, gesteht seine Angst, an seiner Epilepsie sterben zu müssen, und gesteht ihr seine Liebe. Am 17. Mai 1980, zwei Nächte vor Joy Divisions Abreise nach Amerika, kehrt Ian nach Hause zurück und fleht Debbie an, sich nicht von ihm scheiden zu lassen. Als sie sich weigert, befiehlt er ihr wütend, das Haus zu verlassen. Nachdem er allein getrunken und Debbie einen Brief geschrieben hat, erleidet er einen weiteren Anfall. Am nächsten Morgen erlangt er sein Bewusstsein wieder und erhängt sich in der Küche an der Sheila Maid. Debbie entdeckt seine Leiche und taumelt hilferufend auf die Straße. Die Nachricht von Ians Tod versetzt die verbliebenen Joy Division-Mitglieder in tiefe Bestürzung, während Tony Annik tröstet. Während Ians Leiche eingeäschert wird, trifft sich die Gruppe mit Gillian Gilbert in einem Café und lässt die Zukunft der Band erahnen...



Als Ian Curtis am Ende des Films alleine in der Wohnung sitzt, schaut er im TV den Werner Herzog Film "Stroszek" an, er war ein großer Fan des deutschen Filmemachers. "Control" ist dank seiner eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Kinematographie, die an das britische Free Cinema erinnert und den sensationellen Darbietungen von Sam Riley und Samantha Morton ein großartiger Musikfilm geworden. Selbst wer Joy Division nicht kennt, kann die Schönheit des Films genießen. Er spielte ca. 9 Millionen Dollar ein. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

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