Carmen Jones

Carmen Jones

Sonntag, 13. April 2025

Ray


Regie: Taylor Hackford

 Blinder Musiker...

Ray" von Regisseur Taylor Hackford (Ein Offizier und Gentleman, Blood in - Blood out) ist die Biographie über die Soul-Legende Ray Charles (1930 bis 2004). Der Film war sehr erfolgreich und spielte in seinem Erscheinungsjahr 2004 weltweit 125 Millionen Dollar ein. Ray Charles Robinson (J. C. Sanders) wächst in Florida in ärmlichen Verhältnissen bei seiner Mutter Aretha (Sharon Warren) auf. Schon früh lernt er Klavier spielen und wird vom Unfalltod seines jüngeren Bruders George heimgesucht, der im Waschbecken der Mutter ertrinkt. Mit sieben Jahren erblindet Ray vollständig. Aretha lehrt ihn, unabhängig zu sein, und schickt ihn schließlich auf eine Schule für Gehörlose und Blinde. 1946 tritt Ray (Jamie Foxx)  einer weißen Country-Band bei und trägt eine Sonnenbrille, um seine geschädigten Augen zu verbergen. Zwei Jahre später reist er nach Seattle und schließt sich einer Nachtclub-Band an, deren Besitzerin jedoch sexuelle Gefälligkeiten verlangt und sein Geld und seine Karriere kontrolliert. Als er entdeckt, dass er ausgebeutet wird, unterschreibt Ray einen eigenen Plattenvertrag und verlässt die Band. Auf einer Tournee durch die Chitlin' Circuit als "Ray Charles“ lernt er Heroin kennen. Ray wird von Ahmet Ertegun (Curtis Armstrong) von Atlantic Records entdeckt und nimmt seinen ersten Hit mit Erteguns Yamilksa-Song "Mess Around“ auf. In Houston verliebt sich Ray in Della Bea (Kerry Washington), die Tochter eines Predigers. Obwohl sie und andere nicht glücklich darüber sind, dass Ray Gospelmusik mit seiner Musik vermischt, heiratet er Della und wird mit "I Got a Woman“ und „"Hallelujah I Love Her So“ immer berühmter. Die schwangere Della findet Rays Drogenset und stellt ihn zur Rede. Sie versöhnen sich nach der Geburt ihres ersten Kindes, doch Ray beginnt eine Affäre mit der Sängerin Mary Anne Fisher (Aunjanue Ellis). 1956, als Rays Popularität wächst, engagiert er ein Trio, das die Band "The Raelettes“ gründet, und verliebt sich sofort in die Leadsängerin Margie Hendrix (Regina King). Sie beginnen ihre eigene Affäre, und die eifersüchtige Mary Anne verlässt ihn. Margie bittet Ray, sie Heroin probieren zu lassen, doch er rät ihr, davon Abstand zu nehmen. Seine Produzenten erkennen seine mittlerweile vollständige Sucht, als er während der Aufnahme von "Night Time Is the Right Time“ auf einem neuen E-Piano Symptome zeigt. Trotz ihrer Bedenken erkennen sie sein Genie, und seine Plattenkarriere geht weiter. Einige Jahre später, als Rays Band einen Auftritt vorzeitig beendet und der Clubbesitzer verlangt, dass sie die verbleibende Zeit spielen, spielt Ray spontan "What'd I Say“. Seine Popularität steigt in den 1950er Jahren, und er zieht mit seiner Familie nach Los Angeles, nimmt aber weiterhin Heroin, was seine Beziehungen zu Della und Margie belastet. 1960 unterschreibt er einen besseren Vertrag mit ABC Records und verhandelt über die Übernahme seiner Masterbänder. Ray entwickelt seine Musik weiter und nimmt Hits wie "Georgia on My Mind“ auf. Margie offenbart ihre Schwangerschaft und beendet die Beziehung, als Ray sie auffordert, die Schwangerschaft zu beenden. Er schreibt "Hit the Road Jack“ mit einem Solo von Margie, die ihre neu gewonnene Anerkennung nutzt, um eine Solokarriere zu starten, während Ray mit seiner Sucht kämpft. 1961 begegnet Ray vor seinem Konzert in Augusta, Georgia, Bürgerrechtsdemonstranten. Da er beschließt, nicht in dem segregierten Veranstaltungsort zu spielen, sagt er das Konzert ab und erhält ein Konzertverbot in Georgia. Nachdem er bei einem Konzert in Indianapolis schwarzen und weißen Zuschauern erlaubt hatte, gemeinsam auf der Bühne zu tanzen, wurde sein Hotelzimmer von der Polizei durchsucht. Seine Verhaftung wegen Heroinbesitzes wurde zu Dellas Bestürzung öffentlich, doch seine Plattenfirma ließ die Anklage fallen. In St. Louis spielte Ray das Country-beeinflusste "I Can't Stop Loving You“ und war beeindruckt von Ansager Joe Adams, der seine Tour begleitete. Ray zieht mit seiner Familie nach Beverly Hills und erfährt, dass Margie an einer Überdosis gestorben war. Joe entfremdete sich von Rays Band und seinem langjährigen Freund und Manager Jeff Brown (Clifton Powell), den Ray wegen Diebstahls feuerte. 1965 kehrte Ray von einem Konzert in Montreal zurück und wurde erneut wegen Heroinbesitzes verhaftet. Della wies seine Entschuldigungen zurück und fleht ihn an, seine Sucht zu überwinden. Er wird zu einer Drogenentzugsbehandlung verurteilt. Ray leidet während des Entzugs unter intensiven Albträumen und lernt mit Dr. Hacker Schach spielen. Hacker erklärt ihm, dass die Argumente seines Anwalts mit dem Richter einer Bewährung in Boston zugestimmt haben, unter der Bedingung, dass er sein Drogenentzugsprogramm abschließt und sich regelmäßigen Drogentests unterzieht. Ray hat eine Vision von George und seiner Mutter, die ihn zwar für seinen Erfolg lobt, ihn aber gleichzeitig dafür tadelt, dass seine Sucht ihn lähmt. George erklärt Ray, sein Tod sei nicht seine Schuld. 1979 hat Ray endgültig mit dem Heroin aufgehört und erhält eine offizielle Entschuldigung vom Staat Georgia, der "Georgia On My Mind“ zur offiziellen Staatshymne erklärt. Ray hat bis zu seinem Tod im Jahr 2004 eine lange und erfolgreiche Karriere als weltberühmter Entertainer..


Und in dieser Rolle glänzt Jamie Foxx, der für seine hervorragende Leistung einen Oscar gewinnen konnte. Auch in der Kategorie "Ton" wurde der Film mit dem Academy Award ausgezeichnet. Darüberhinaus gab es weitere Nominierungen in den Kategorien "bester Film", "Beste Regie", "beste Kostüme" und "bester Schnitt".  Jamie Foxx dringt so tief in den Mann und seine Musik ein, dass er und Ray Charles wie eins zu atmen scheinen - dabei gelingt ihm fast das Unmögliche, denn er strahlt etwas aus, das dem Charisma des Künstlers, den er darstellt, sehr nahekommt. Es ist ihm gelungen eine Pop-Ikone auf der Leinwand zum Leben zu erwecken. Der Film blickt tiefer in das Wesen des Künstlers wie viele andere Biopics, die eher an der Oberfläche bleiben.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Nashville Lady


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Michael Apted

Die Tochter des Bergmanns...

1980 verfilmte der britische Regisseur Michael Apted (Gorillas im Nebel, Enigma, Nell) die Lebensgeschichte der Countrysängerin Loretta Lynn mit Sissy Spacek in der Hauptrolle. Der Soundtrack des Films enthielt alle Hitsingles von Loretta Lynn, die alle von Spacek gesungen wurden. Auch Patsy Clines Hit "Sweet Dream" wird von der Darstellerin Beverly d´Angelo gesungen. Gemeinsam singen die beiden Darstellerinnen auch das Duett "Bakc in Babys Arms". Dieser Soundtrack war ebenso wie der Film sehr erfolgreich und landete auch in den Top 40 der Billboard Charts.  1945 ist die 13-jährige Loretta Webb (Sissy Spacek) eines von acht Kindern von Ted Webb (Levon Helm), einem Kohlebergarbeiter aus Van Lear, der mit seiner Frau (Phillis Boyens) inmitten bitterer Armut in Butcher Hollow, Kentucky eine Familie großzieht. 1948 heiratet die 15-jährige Loretta den 22-jährigen Oliver "Mooney“ alias Doo, kurz für Doolittle (Tommy Lee Jones). Loretta und ist mit 19 Jahren bereits Mutter von vier Kindern. Die Familie zieht in den Norden des Bundesstaates Washington, wo Doo in der Forstwirtschaft arbeitet und Loretta gelegentlich am Wochenende in lokalen Kneipen singt. Nach einiger Zeit tritt Loretta gelegentlich im Lokalradio auf. Als Loretta 25 Jahre alt wird, hört Norm Burley, der Besitzer von Zero Records, einem kleinen kanadischen Plattenlabel, sie bei einem ihrer ersten Radioauftritte singen. Burley gibt dem Paar das nötige Geld für eine Reise nach Los Angeles, um ein Demoband aufzunehmen, aus dem ihre erste Single "I’m a Honky Tonk Girl“ entsteht. Nach der Rückkehr von den Aufnahmen schlägt Doo vor, gemeinsam mit Loretta auf Promotour zu gehen, um die Platte zu promoten. Doo macht ein eigenes Werbefoto für Loretta und verbringt viele lange Nächte damit, Briefe an Showveranstalter und Radio-Discjockeys im ganzen Süden zu schreiben. Nachdem Loretta einen Notruf von ihrer Mutter erhält, die ihr den Tod ihres Vaters mitteilt, machen sie und Doo sich mit Platten, Fotos und ihren Kindern auf den Weg. Die beiden starten eine ausgedehnte Promotour zu Radiosendern im Süden. Unterwegs, und ohne das Wissen des Paares, stürmt Lorettas erste Single "I’m a Honky Tonk Girl“ die Charts und wird im Radio und auf der Jukebox gespielt, was ihr einen Platz in der Grand Ole Opry einbringt. Im Sommer 1961, nach 17 aufeinanderfolgenden wöchentlichen Auftritten in der Opry, wird sie nach ihrem Auftritt am selben Abend eingeladen, beim Midnite Jamboree des Ernest Tubb Record Shops zu singen. Country-Superstar Patsy Cline (Beverly D´Angelo), eines von Lorettas Idolen, die kurz zuvor nach einem beinahe tödlichen Autounfall ins Krankenhaus eingeliefert worden war, inspiriert Loretta, Patsys neuesten Hit "I Fall to Pieces“ der Sängerin selbst als musikalische Genesungskarte zu widmen. Cline hört die Sendung in der Nacht von ihrem Krankenhauszimmer aus und schickt ihren Mann Charlie Dick zum Ernest Tubb Record Shop, um Loretta abzuholen, damit die beiden sich treffen können. Es folgt eine enge Freundschaft mit Cline, die durch Clines Tod bei einem Flugzeugabsturz am 5. März 1963 abrupt endete. Die nächsten Jahre sind ein Wirbelwind. Der Stress ausgedehnter Tourneen, die Aufrechterhaltung ihres Images, Überarbeitung und der Versuch, Ehe und Familie zusammenzuhalten, führen bei Loretta zu einem Nervenzusammenbruch, den sie zu Beginn eines Konzerts auf der Bühne erleidet. Nach einem Jahr Auszeit auf ihrer Ranch in Hurricane Mills, Tennessee, geht Loretta wieder auf Tournee und etabliert sich als "First Lady der Country-Musik“. Der Film endet damit, dass Loretta vor ausverkauftem Publikum ihre Lebensgeschichte anhand ihres Hits "Coal Miner's Daughter“ aus dem Jahr 1970 erzählt....


Der Film spielte 67 Millionen Dollar ein und wurde so der siebterfolgreichste Film im Jahr 1981. Zunächst ist nur wenig Gesang und Musik zu hören, am Anfang dominiert der Einblick in das recht einfache Leben von Lorettas Familie und wie sie ihren Mann, der einige Jahre älter ist, kennenlernt. Nach der Armut im ländlichen Kentucky gibts Höhe und Tiefen, letztendlich steigt sie zur Königin der Country Musik auf. Eine sehr interessante Musikerbiographie, die auch mit 7 Oscarnominierungen belohnt wurde. Neben den Nominierungen als bester Film, fürs beste Drehbuch, für die Ausstattung, für die exzellente Kameraarbeit von Ralf D. Boyle, für Schnitt und Ton, durfte Sissy Spacek für ihre Leistung den Oscar als beste Schauspielerin entgegennehmen. 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Dieses Land ist mein Land


Regie: Hal Ashby

Die Reisen des Woody Guthrie...

Sowohl Jack Nicholson als auch Dustin Hoffman lehten die Rolle des Folk- und Protestsängers Woody Guthrie in Hal Ashbys Musikerbiographie "Bound for Glory" im Jahr 1976 ab. Deshalb ging die Rolle an den damaligen "Kung Fu" TV-Liebling David Carradine. Der Film wurde ein großer kritikerfavorit und erhielt insgesamt 6 Oscarnominierungen (bester Film, bestes Drehbuch, bester Kameramann, Beste Kostüme, bester Schnitt und bester Song Score). Leonard Rosenman konnte sich in der letzgeannnten Kategorie durchsetzen und durfte den Oscar mit nach Hause nehmen. Der zweite Sieg für den Film ging an Kameramann haskell Wexler.  1936, mitten in der Weltwirtschaftskrise, spielt Woody Guthrie (David Carradine) Gitarre an einer Tankstelle. Ein Kunde bietet jedem, der seine Sorgen ausräumen kann, einen Dollar, und Guthrie gelingt es, eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Anschließend beginnt Guthrie, ein Schild zu malen, frustriert aber seine Frau Mary (Melinda Dillon), indem er diesen Job – ihre einzige verlässliche Einnahmequelle – aufgibt, um sich stattdessen der Musik zu widmen. In einer Bar spielt Guthrie für Sue Ann (Mary Kay Place) und verbringt die Nacht mit ihr. Auf seiner Veranda begegnet er Heavy Chandler, einem kürzlich entlassenen Geisteskranken, und ermutigt ihn, seine Gedanken durch Malerei auszudrücken. Nach einem Square Dance-Auftritt zwingt ein Staubsturm alle in die Häuser. Guthrie schlägt Mary vor, sich Arbeit zu suchen, und reist schließlich ab, wobei er ihr eine Nachricht hinterlässt. Auf seinen Reisen fährt Guthrie mit Slim Snedeger (Ji Tu Chumbuka) und anderen Landstreichern Zug. Als es zu einer Schlägerei kommt, springen Guthrie und Slim in einen anderen Zug; Bahnpolizisten zwingen jedoch diejenigen ohne Geld zum Aussteigen. Slim kann sich das Fahrgeld leisten, doch Guthrie, pleite, geht zu Fuß weiter, und ihre Wege trennen sich. Guthrie beleidigt später ein bürgerliches Paar, das ihn mitnimmt, woraufhin sie ihn wieder absetzen. In einer Bar verdient er sich mit Klavierspielen ein Essen und verbringt die Nacht bei einer Kellnerin. Anschließend fährt er mit einer Familie nach Kalifornien, doch an der Staatsgrenze verlangt die Polizei 50 Dollar Eintritt. Guthrie verlässt die Familie und schließt sich einem nahegelegenen Landstreicherlager an. In Los Angeles trifft er Luther (Randy Quaid) und Liz Johnson (Elizabeth Macey), ein Migrantenpaar, das Schwierigkeiten hat, eine Arbeit zu finden. Als Guthrie erfährt, dass Jobs rar und schlecht bezahlt sind, bietet er an, in einer Suppenküche ein Schild zu malen, doch seine einzige Belohnung ist eine Portion Suppe. Später trifft der Gewerkschaftsorganisator Ozark Bule (Ronny Cox) im Lager ein und singt Gewerkschaftslieder. Als Schläger der Firma die Versammlung stören, flieht Guthrie mit Ozark, der ihm zu einem Job beim Radio verhilft, wo Guthries Lieder über die Arbeiterklasse populär werden. Senderbesitzer Mr. Locke (John Lehne) besteht jedoch darauf, dass Guthrie nicht mehr über Gewerkschaften singt und sich stattdessen auf Unterhaltung konzentriert. Obwohl Guthrie zunächst nachgibt, nimmt er schließlich seine Protestlieder wieder auf, was zu Konflikten mit Locke führt. Da Guthrie sich schließlich weigert, Kompromisse einzugehen, wird er entlassen. Er bringt Mary und die Kinder nach Los Angeles, fühlt sich aber inmitten des Reichtums, der ihn umgibt, fehl am Platz. Luther, von Schlägen gezeichnet, erklärt Guthrie, dass seine Lieder den Arbeitern Inspiration seien. Frustriert zerreißt Guthrie eine Liste mit "unbedenklichen“ Liedern, verlässt das Studio und setzt seine Reise fort, um Protestlieder in Migrantenlagern und Fabriken aufzuführen. Bei einem Auftritt in einer Obstverpackungsanlage wird Guthrie von Mitarbeitern des Unternehmens angegriffen, die seine Gitarre zerstören. Unbeirrt reist er weiter mit dem Zug und trägt seine Lieder vor. Nach seiner Rückkehr nach Los Angeles bietet Locke Guthrie eine letzte Chance, doch er wird erneut entlassen, nachdem er ein Lied den Landarbeitern gewidmet hat. Als Guthrie geht, informiert ihn Ozark, dass ein Agent für ihn eine landesweite Radiosendung organisiert und ihm ein Vorsprechen im renommierten Ambassador Hotel gesichert hat. Guthrie kauft Spielzeug für seine Kinder, muss aber feststellen, dass Mary und die Mädchen bereits abgereist sind. Während des Vorsprechens bietet ihm der Hotelbesitzer eine Stelle an, besteht aber darauf, ihn in Overalls zu kleiden und ihn als Teil einer Hinterwäldler-Show zu präsentieren. Da Guthrie sich weigert, den Reichen zu gefallen, verlässt er das Hotel, kehrt zum Rangierbahnhof zurück, springt auf einen Zug und singt wieder Protestlieder vom Dach eines Güterwagens – seinen Wurzeln treu...


In der Rolle der reichen Pauline, mit der Woody eine Liason beginnt, ist Gail Strickland zu sehen. Guthries bekanntester Song "This land is your land" kommt am Ende des Films zum Einsatz. Guthrie hat die weitere Entwicklung der Folkmusic wie kein anderer beeinflusst. "Ein Folksong handelt von Problemen und wie  man sie löst" war sein credo. Er gilt als der großartigsten Balladenschreiber, den Amerika hervorgebracht hat.  Der US-amerikanische Musikexperte Bill C. Malone urteilt, dass es fast ausschließlich Guthries Wirkung war, die zum Aufblühen der New Yorker Protestfolkszene der frühen 1960er-Jahre führte. Er war auch "Der Held" für Bob Dylan, der sein idol am Krankenbett besuchte. 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Mississippi Melodie


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: George Sidney

Das Showboat gastiert...

Das Musical "Mississippi Melodie" heißt im Original "Show Boat" und wurde mehrfach verfilmt. Die erste Verfilmung wurde 1929 realisiert. 7 Jahre später kam bereits das Remake in die Kinos. In dieser von James Whale inszenierten Version sang Paul Robeson das Herzstück des Films "Ol Man River" - der Film lief erfolgreich in den Kinos. In Großbritannien war er der 8. erfolgreichste Film des Jahres. George Sidney drehte 1951 die erste Technicolor Version des Musicals - im Filmjahr 1951 lief lediglich der Monumentalfilm "Quo Vadis" besser als "Show Boat".
"Show boat" basiert auf dem Roman von Edna Ferber aus dem Jahr 1926, bereits im Folgejahr wurde daraus von Jerome Kern (Musik) und Oscar Hammerstein II (Lyrics, Drehbuch) ein Bühnenmusical geschaffen.
Als das Showboat Cotton Blossom in einer Stadt in Mississippi erinläuft, um eine Vorstellung zu geben, kommt es zu einer Schlägerei zwischen dem Hauptdarsteller Steve Baker (Robert Sterling) und Pete (Leif Erickson) dem Ingenieur des Bootes. Grund des Streits sind die unerwünschten Annäherungsversuche von Pete an Steves schöner Frau Julia LaVerne (Ava Gardner). Von Captain Andy Hawks (Joe E. Hall) und seiner Frau Parthy (Agnes Moorehead) wird er gefeuert, er rächt sich aber damit, dass er den Behörden erzählt, dass Julie eine schwarze Mutter hat. Deshalb ist auch die Ehe mit Steve illegal. Als Pete mit dem Sheriff der Stadt auftaucht, sticht Steve Julie in den Finger und saugt das Blut daraus, was bedeutet, dass er nun auch ein "Mischling" ist. Da schwarze und weiße Schauspieler nicht zusammen auf der Bühne stehen dürfen, ist der liberale Captain gezwungen die Bakers ebenfalls zu entlassen.
Jetzt müssen die Hauptrolle neu besetzt werden. Julies beste Freundin Magnolia ist die Tochter des Captains und soll ihre Chance bekommen. Auch der talentierte Riverboat Spieler Gaylord Ravenal (Howard Keel) wird engagiert - er wird Partner von Magnolia. Die beiden haben Erfolg und es kommt wie es kommt: Beide verlieben sich, verlassen das Show Boat und ziehen nach Chicago, wo sie von Ravenals Glücksspielgewinnen leben. Doch jede Glückssträhne geht einmal zu Ende und irgendwann ist der süchtige Spieler pleite. Er verlässt Magnolia. Nun muss Magnolia zusehen, wie sie ihren Lebensunterhalt verdient. Es gibt ein Wiedersehen mit Julie, ausserdem erwartet Magnolia ein Kind....

Am Ende gibt es zumindest für ein Paar ein Happyend. In der Mitte des Films und am Ende singt William warfield den legendären "Ol Man River" Song. Kritiker fanden den Film zu oberflächlich, denn der Vorgänger von James Whale ging mehr auf die rassistische Komplexität des Stoffes ein. Die Songs wirken etwas operettenhaft, insgesamt ist "Mississippi Melodie" mehr als viele andere Musicals aus der goldenen Ära des Genres etwas in die Jahre gekommen. Kameramann Charles Rosher wurde oscarnominiert, ebenso der Score von Conrad Salinger und Adolph Deutsch.


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Grease


Regie: Randal Kleiser

Romanze an der Rydell High School... 

Schon alleine wegen den zündenden Songs ist das Filmmusical "Grease" aus dem Jahr 1978 ein riesiger Spass. Es war der Nachfolgefilm von John Travolta, der kurz zuvor mit "Saturday Night Fever" zum gefeierten Kinostar aufstieg. "Grease" von Regisseur Randal Kleiser war sogar umsatztechnisch noch erfolgreicher als Travoltas Vorgänger - er spielte bis heute 396 Millionen Dollar ein und hatte im Jahr seines Erscheinens mit 159 Millionen Dollar Umsatz in den Kinojahrescharts die Nase vorn.  Im Sommer 1958 treffen sich der einheimische Junge Danny Zuko (John Travolta) und die im Urlaub befindliche Australierin Sandy Olsson (Olivia Newton John) am Strand und verlieben sich. Als der Sommer zu Ende geht, befürchtet Sandy, dass sie sich vielleicht nie wiedersehen werden, aber Danny sagt ihr, dass ihre Liebe "nur der Anfang“ ist. Zu Beginn des Abschlusshalbjahrs an der Rydell High School nimmt Danny seine Rolle als Anführer der T-Birds-Greser-Gang, bestehend aus Doody (Barry Pearl) Sonny (Michael Tucci), Putzie (Kelly Ward) und seinem besten Freund Kenickie (Jeff Conaway), wieder auf. Sandys Eltern bleiben in Amerika und melden Sandy in Rydell an, wo sie die Greaser-Girl-Clique der Pink Ladies kennenlernt, bestehend aus Frenchy (Didi Conn), Marty (Dinah Manoff), Jan (Jamie Donelly) und Anführerin Rizzo (Stockard Channing). Danny und Sandy erzählen ihren Gruppen von ihrer kurzen Romanze, wobei Sandy sich an einen romantischen Sommer erinnert und Danny eine eher körperliche Erfahrung andeutet. Als Sandy schließlich Dannys Namen ausspricht, arrangiert Rizzo ein Überraschungstreffen bei einer Pep-Rallye, bei der Sandy den Sportler Tom (Lorenzo Lamas) kennenlernt und Kenickie seinen neuen Gebrauchtwagen Greased Lightnin' enthüllt, mit dem er nach einer Restaurierung Straßenrennen fahren will. Hin- und hergerissen zwischen seinen Gefühlen und seinem Ruf als Bad-Boy weist Danny Sandy vor seiner Gang ab, und sie wird wütend. Bei einer Pyjamaparty der Pink Ladies wird Sandy krank, weil sie trinkt, eine Zigarette probiert und sich von Frenchy die Ohren piercen lässt. Rizzo macht sich über Sandys anständige und keusche Persönlichkeit lustig und fährt dann in seinem Auto los, um mit Kenickie Sex zu haben – sie benutzen kein Kondom, da Kenickie feststellt, dass das, das er in der siebten Klasse gekauft hat, gerissen ist. Sie werden von Leo (Dennis Steward), dem Anführer der rivalisierenden Gang, den Scorpions, und seiner Freundin Cha-Cha (Annette Charles) gestört. Nach dem Ende der Pyjamaparty erkennt Sandy, dass sie Danny doch noch liebt. Am nächsten Tag entschuldigt sich Danny bei Sandy, dass er sie am Abend zuvor abgewiesen hat. Mit Coach Calhouns (Sid Caesar) Hilfe wird er zum Läufer und gewinnt sie erfolgreich von Tom zurück. Ihre Freunde platzen jedoch in ihr Date und Kenickie und Rizzo trennen sich nach einem Streit. Nachdem Frenchy nach einem desaströsen Schönheitskurs bonbonpinke Haare hat, verlässt sie die Kosmetikschule und kehrt widerwillig nach Rydell zurück, um ihre Highschool-Ausbildung abzuschließen. Während des Schulballs, der live auf National Bandstand übertragen und von DJ Vince Fontaine (Ed Byrnes) moderiert wird, ärgern sich Rizzo und Kenickie gegenseitig, indem sie Leo und Cha-Cha als ihre Dates mitbringen. Bei einem chaotischen Hand-Jive-Wettbewerb tanzen Danny und Sandy gut, aber kurz bevor die Gewinner bekannt gegeben werden, zieht Sonny Sandy weg und Cha-Cha mischt sich ein, um mit Danny zu gewinnen, während Sandy hinausstürmt. Danny versucht, es wieder gutzumachen, indem er mit Sandy in ein Autokino geht, aber eine direktere und aufdringlichere Annäherung lässt Sandy entsetzt fliehen. Rizzo befürchtet, dass sie schwanger ist, nachdem ihre Periode ausgeblieben ist, und vertraut sich Marty an, der es Sonny erzählt, der das Gerücht versehentlich an den vermeintlichen Vater Kenickie weitergibt, obwohl Rizzo es ihm gegenüber bestreitet. Am Renntag wird Kenickie von seiner eigenen Autotür am Kopf getroffen, also übernimmt Danny das Steuer und gewinnt das Rennen, nachdem Leo ins Schleudern geraten ist. Sandy, die aus der Ferne zusieht und sich über Dannys Sieg freut, kommt zu dem Schluss, dass sie ihn immer noch liebt, und bittet Frenchy um Hilfe, ihre Einstellung zu ändern, und versucht, ihn zu beeindrucken. Am letzten Schultag stellt Rizzo fest, dass sie nicht schwanger ist, und kommt wieder mit Kenickie zusammen. Auf einem Jahrmarkt stellen Danny und Sandy fest, dass sie sich füreinander verändert haben: Danny ist ein Letterman geworden und Sandy ein Greaser-Girl. Die beiden fahren im Greased Lightnin‘-Auto los, das in den Himmel abhebt...



In der Rolle der Schuldirektor ist Eve Arden zu sehen, Doody Goodman spielt die Schulsekretärin und Joan Blondell ist Vi, die Kellnerin. John Farrar wurde immerhin für seinen Filmsong "Hopelessly devoted to you" nominiert, ansonsten wurde eines der schillerdsten Musicals der 70er von der Academy weitestgehend ignoriert. Dass Olivia Newton John die Rolle der Sandy bekam ist natürlich ein Glücksgriff, denn sie war bereits vor "Grease" ein weltweit bekannter Popstar, der schon mehrere Nr. 1 Hits vorweisen konnte. John Travolta beweist hier, dass er nicht nur ein sehr guter Schauspieler und Tänzer ist, sondern auch ein guter Sänger. Die Hits "Summer Nights", "youre the one that I want", "beauty school drop out" oder Titelsong "Grease" sind zu echten Evergreens geworden. Man darf die Story nicht zu ernst nehmen, sie soll einfach Spass machen. 


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Almost Famous


Regie: Cameron Crowe

Mit der Band auf Tour...

Kommerziell war Cameron Crowes Musikfilm "Almost Famous" mit einem Einspielergebnis von 47,4 Millionen Dollar kein Erfolg im Kino beschieden, denn die Herstellungskosten beliefen sich auf ca. 60 Millionen Dollar. Trotz dieses finanziellen Desasters erhielt der Film gr0ßen Beifall bei den Filmkritikern und er wurde sehr schnell zum Kultfilm. In der Umfrage der BBC über die besten Filme des neuen Jahrhunderts landete "Almost Famous" auf Platz 79. Kritikerpapst Roger Ebert bezeichnete ihn als besten Film des Filmjahres 2000. Der Film ist eine melancholisch-schöne Rückschau auf die gute alte Zeit, des RocknRoll oder besser auf die Zeit, in der die Künstler vor allem für ihre Musik lebten - das große Geld spielte eher noch eine untergeordnete Rolle, doch sie sollte früher oder später die kommerzielle Rock- und auch Popmusik prägen. Erzählt wird die Geschichte des 15jährigen jugendlichen Journalisten William Miller (Michael Angarano spielt den William als 11jährigen, Patrick Fugit ist der 15jährige William), der in den frühen 70er Jahren für das Rolling Stone Magazin einen Bericht über die angesagte Rockband Stillwater schreiben darf und mit ihnen auf Tournee geht. Der Film ist halbbiographisch, da Regisseur Crowe tatsächlih als Teenager für den Rolling Stone schreib. "Almost Famous" erhielt vier Oscar-Nominierungen (für das beste Originaldrehbuch von Cameron Crowe, das auch mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, ausserdem Frances McDormand und Kate Hudson in der Kategorie Nebendarstellerin sowie für den besten Schnitt). Es wurde außerdem 2001 mit dem Grammy Award für das beste Compilation-Soundtrack-Album ausgezeichnet. Er gewann außerdem zwei Golden Globe Awards, für den besten Film (Musical oder Komödie) und Kate Hudson als beste Nebendarstellerin.
Im Jahr 1969 in San Diego kämpft das Wunderkind William Miller darum, sich anzupassen. Sein Leben wird noch komplizierter, als er erfährt, dass seine Mutter, die verwitwete College-Professorin Elaine (Frances McDormand) ihn fälschlicherweise glauben gemacht hat, er sei bereits zwölf Jahre alt. William ist eigentlich elf, kam mit fünf Jahren in die erste Klasse und übersprang auf Wunsch der Mutter die fünfte Klasse. Das strikte Rockmusik-Verbot der willensstarken Elaine und ihre Angst vor der Popkultur wirken sich nachhaltig auf ihre Kinder aus und treiben schließlich Williams 18-jährige Schwester Anita (Zooey Deschanel) dazu, nach San Francisco zu ziehen und Flugbegleiterin zu werden. 1973 strebt der inzwischen fünfzehnjährige William, beeinflusst von Anitas geheimem Abschiedsgeschenk, einem Fundus an Rockalben, danach, Rockjournalist zu werden und schreibt freiberufliche Artikel für kleinere Zeitschriften in San Diego. Der Rockjournalist Lester Bangs (Philip Seymour Hoffman) ist von Williams Texten beeindruckt und gibt ihm einen 35-Dollar-Auftrag für die Rezension eines Black-Sabbath-Konzerts. William darf den Backstage-Bereich nicht betreten, bis die Eröffnungsband Stillwater eintrifft und William sich schmeichelnd Zugang verschafft. Leadgitarrist Russell Hammond (Billy Crudup) findet Gefallen an ihm und William lernt das erfahrene Groupiegirl Penny Lane (Kate Hudson) Kennen , die völlig auf Russell abfährt. Obwohl sie sich wie ein stereotypes Groupiesverhält, besteht Penny Lane darauf, dass sie mehr für die Musik empfindet als für die Jungs, die diese Musik machen. Als er Millers Artikel über Black Sabbath sieht, beauftragt der Rolling-Stone-Redakteur Ben Fong-Torres (Terry Chen) William, einen Artikel über Stillwater zu schreiben  und schickt ihn mit der Band an Bord von „Doris“ Stillwaters in die Jahre gekommenem, aber geliebtem Bus, auf Reisen. William interviewt die anderen Bandmitglieder, aber Russell geht ihm aus dem Weg. Die Spannungen zwischen Russell und Leadsänger Jeff Bebe (Jason Lee) werden deutlich, als das erste T-Shirt der Band produziert wird, auf dem Russell in voller Sichtweite zu sehen ist, während der Rest der Band im Schatten bleibt. William wird von der Band scherzhaft als "der Feind“ bezeichnet, da er Journalist ist, aber er beginnt allmählich seine Objektivität zu verlieren, als er in ihren inneren Kreis immer mehr integriert wird. Und William verliebt sich heimlich auch in Penny Lane, die allerdings nur Augen für den verheirateten Russell hat...

Crowes Erlebnisse wurden in diesem Film verarbeitet, denn er ging mit den Allman Brothers auf Tour. Die DVD Fassung beinhaltet den 162 Minuten langen Director Cut, die Kinofassung war mit 118 Minuten deutlich kürzer. Wie der junge William wird auch der Zuschauer Beobachter dieser Geschichte, die sehr viel Zeitgeist und auch eigene Erinnerungen an diese Zeit aufmachen kann. Die Geschichte gibt auch Einblick in das Leben der Rockstars, die zuerst voller Herzblut und Individualismus sind und doch irgendwann mit den Gesetzen der Industrie und der Vermarktung konfrontiert werden. Die Mitglieder der Band sind immer bereit mit den zahlreichen Groupies etwas anzufangen. William ist der Beobachter und erst ganz am Schluß der Geschichte wird er zum aktiven Part, denn er hat Gefühle entwickelt. Ein tolles Ensemble wurde ausgewählt und vor allem die Newcomer Kate Hudson und Patrick Fugit überzeugen auf ganzer Linie.

Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

This is Spinal Tap


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Rob Reiner

Die Story einer Heavy Metal Band...

Rob Reiners Filmdebüt war das 1984 entstandene Rockmockumentary "This is Spinal Tap" der sehr schnell zum echten Kultfilm wurde. Erzählt wird die fiktive Geschichte der Heavy-Metal Band "Spinal Tap", die der Filmemacher Martin "Marty" Di Bergi (Rob Reiner) im Laufe vieler Auftritte und Tourneen beobachtet, interviewt und filmt. Spinal Tap - das sind vor allem die drei Hauptakteure der Band:  David St. Hubbins (Michael McKean), Nigel Tufnel (Christopher Guest), Derek Smalls (Harry Shearer), die Band stammt aus England und ist im Jahr 1982 auf einer US-Tournee. Damit wollen sie den Kauf ihres neuen Albums "Smell the Glove" ankurbeln. Zur Band gehören auch der Keyboarder Viv Savage (David Kaff) und Schlagzeuger Mick Shrimpton (Rick Parnell). Der Dokumentarfilm zeigt die Anfänge von Spinal Tap als Skiffle-Band The Originals. Als bekannt wurde, dass bereits eine andere Band The Originals hieß, benannten sie sich in "New Originals“ um. Nach der Auflösung der ursprünglichen Band änderten sie ihren Namen jedoch wieder zurück. Später landeten sie als The Thamesmen einen Hit mit dem Titel "Gimme Some Money“, bevor sie sich in Spinal Tap umbenannten und mit der Flower-Power-Hymne "Listen to the Flower People“ einen großen Hit landeten. Anschließend begannen sie, Heavy Metal zu spielen. Mehrere frühere Schlagzeuger der Band starben unter seltsamen Umständen: John „Stumpy“ Pepys starb bei einem bizarren Gartenunfall, dessen Aufklärung laut Polizei besser unaufgeklärt blieb, Eric "Stumpy Joe“ Childs erstickte an fremdem Erbrochenem und Peter "James“ Bond explodierte auf der Bühne. Nigel zeigt Marty seine umfangreiche Gitarrensammlung sowie einen selbstgebauten Verstärker mit Lautstärkereglern bis elf. Nigel glaubt, dass der Verstärker dadurch "eins lauter“ ist als die meisten anderen Verstärker, deren höchste Lautstärkeeinstellung "zehn“ ist. Nigels Verstärkerregler haben die höchste Lautstärkeeinstellung "elf“. Diese Szene ist der Ursprung der Redewendung "bis elf“. Die Spannungen zwischen der Band und ihrem Manager Ian Faith (Tony Hendra) nehmen zu, da mehrere Konzerte wegen geringer Ticketverkäufe abgesagt werden und große Einzelhändler "Smell the Glove“ wegen des sexistischen Covers nicht mehr verkaufen wollen. Davids Freundin Jeanine (June Chadwick), eine Yoga- und Astrologie-Anhängerin, begleitet die Gruppe auf Tour und nimmt an Bandtreffen teil. Nigel und Ian missfallen Jeanines Ideen für Spinal Taps Kostüme und Bühnenpräsenz. Ohne Rücksprache mit Spinal Tap veröffentlicht das Plattenlabel der Band "Smell the Glove“ mit einem komplett schwarzen Albumcover. Trotz Ians Behauptung, es könne ähnlich ansprechend sein wie das Weiße Album der Beatles, verkauft sich "Smell the Glove“ nicht. Nigel schlägt vor, eine aufwendige Glam-Rock-Show mit Druiden-Thema zu inszenieren und bittet Ian, einen Stonehenge-Trilith zu bestellen. Nigel gibt jedoch die Maße falsch an, und die entstandene Requisite ist nur 46 cm hoch statt 5,5 m, was die Gruppe zur Lachnummer macht. Die Gruppe gibt Ian die Schuld, und als David vorschlägt, Jeanine solle die Gruppe mitmanagen, kündigt Ian. Die Tour geht weiter, wird aber auf deutlich kleinere Veranstaltungsorte verlegt, und Jeanine und David drängen Nigel zunehmend in den Hintergrund. Bei einem Auftritt auf einem US-Luftwaffenstützpunkt ist Nigel über eine Fehlfunktion der Ausrüstung verärgert und verlässt den Auftritt mittendrin. Bei ihrem nächsten Auftritt in einem Amphitheater eines Vergnügungsparks, wo die Band weniger als ein Puppentheater angepriesen wird, stellt die Band fest, dass ihr Repertoire ohne Nigel stark eingeschränkt ist. Auf Dereks Vorschlag hin improvisiert die Band eine experimentelle "Jazz Odyssey“, die jedoch schlecht ankommt. Am letzten Tag der Tour überlegen David und Derek, Spinal Tap zu beenden und andere Projekte in Betracht zu ziehen, zum Beispiel ein Musical über Jack the Ripper namens Saucy Jack. Bevor sie die Bühne betreten, kommt Nigel und erzählt ihnen, dass Spinal Taps Song "Sex Farm“ in Japan ein großer Hit geworden ist und dass Ian eine Tournee dorthin organisieren möchte. David lehnt entschieden ab, doch später, als Nigel der Band von der Bühne aus zusieht, gibt er nach und lädt Nigel ein, mit auf die Bühne zu kommen. Das Publikum ist begeistert, Jeanine hingegen wütend. Während des Auftritts explodiert Mick auf der Bühne. Ian wird erneut als Manager der Band eingestellt, und Spinal Tap (jetzt mit Joe „Mama“ Besser als Schlagzeuger) gibt eine Reihe ausverkaufter Konzerte in Japan...


Der Film spielte bei einem Budget von ca. 2 Millionen Dollar beinahe 5 Millionen Dollar ein und er ist extrem amüsant und witzig. Die Satire auf den Hardrockbusiness hat eine fiese Note. Der Film ist so gut gemacht, dass man, wenn man nicht vorher Bescheid weiß, eine Weile brauchen könnte, um zu erkennen, dass die in This Is Spinal Tap sezierte Rockgruppe gar nicht existiert. Das liegt daran, dass die Hauptprotagonisten total authentisch rüberkommen und man sie irgendwie gleich sympathisch findet, obwohl die drei eigentlich irgendwie "unmöglich"sind. 



Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Romeo und Julia


Regie: Baz Luhrman

Eine Liebe in Verona...

Eine sehr progressive, radikale und sehr moderne Neuinterpretation des berühmten Theaterstücks "Romeo und Julia" von William Shakespeare ist dem australischen Regisseur Baz Luhrmann im Jahr 1996 gelungen. Wie bereits in Zefirellis Version aus dem Jahr 1968 mit Leonard Whiting und Olivia Hussey setzte auch Luhrmann auf Jugendliche, die die Titelrollen verkörpern, ganz im Sinne des Autors selbst. Alle vorherigen Verfilmungen des Klassikers setzten auf erwachsene Darsteller. "Romeo und Julia" zeigt den damals noch sehr jungen Leonardo di caprio als Romeo, seine Partnerin ist Claire Danes. Im Jahr 1996 war diCaprio zwar schon durch seine oscar nominierte Nebenrolle in "Gilbert Grape" zum Liebling der Filmkritik geworden - es sollte aber noch einige Monate dauern bis er als Jack Dawson auf der "Titanic" den Satz "ich bin der König der Welt" sagt.  Aus Versatzstücken des aktuellen Actionkinos, der Popmusik-Kultur, einer gehörigen Dosis religiösem Kitsch und dem 400 Jahre alten Originaltext entstand eine durch die überbordende Fülle der Einfälle die Wahrnehmungsfähigkeiten des Zuschauers herausfordernde fulminante Version der Shakespeareschen Liebestragödie, gemacht für die MTV-Generation und daher auch mit sehr viel Musik unterlegt.Neben dem Abspannsong "Exit Music" von Radiohead sind neue Fassungen von Hits wie "When doves cry" oder "young hearts run free" zu hören. Auch Acts wie Garbarge, One Inch Punch, Stina Nordenstamm, Des´ree, The Cardigans oder Kym Mazelle steuerten Songs für den Film bei.  Dennoch ist Luhrmanns Film nicht die erste moderne Umsetzung des Stoffs im Genre des Musikfilms. "West Side Story" mit der Musik von Leonard Bernstein erlebte seine Uraufführung bereits im Jahr 1957. Die beiden verfeindeten Familien Montague (Romeo) und Capulet (Julia) werden in der West Side Story zu verfeindeten Gruppe der US-Boys the Jets (Tony) und der puertoricanischen Sharks (Maria).  In Verona Beach sind die Capulets und Montagues zwei rivalisierende Geschäftsimperien. Die Feindseligkeit der älteren Generation – Fulgencio und Gloria Capulet (Paul Sorvino und Diane Verona) sowie Ted und Caroline Montague (Brian Dennehey und Christina Pickles) – trifft auch ihre jüngeren Verwandten. Es kommt zu einer Schießerei zwischen Montague Benvolio (Dash Mihoc), Romeos Cousin, und Capulet Tybalt (John Leguizamo), Julias Cousin, die in der Stadt Chaos auslöst. Polizeichef Captain Prince (Vondie Curtis Hall)verhaftet Benvolio und Tybalt, bevor er die Familien tadelt und sie warnt, dass sie im Falle einer Wiederholung dieses Vorfalls"„mit ihrem Leben den Verlust des Friedens bezahlen“ werden. Benvolio und Romeo (Leonardo di Caprio) erfahren von einer Party der Capulets am Abend und beschließen, sich unbemerkt auf die Party zu stürzen. Romeo willigt ein, als er hört, dass Rosaline, in die er unsterblich verliebt ist, dort sein wird. Sie treffen ihren Freund Mercutio (Harold Perrineau), der Karten für die Party hat, und Romeo nimmt Ecstasy, während sie zur Villa der Capulets gehen. Die Wirkung der Droge und der Party überwältigt Romeo. Er geht auf die Toilette. Dort sieht und trifft er Julia (Claire Danes), und die beiden verlieben sich augenblicklich ineinander, ohne zu wissen, wer der andere ist. Tybalt entdeckt Romeo und schwört, ihn zu töten, weil er das Haus seiner Familie betreten hat. Nachdem Romeo die Party verlassen hat, erfahren er und Julia, dass sie verfeindeten Familien angehören. Doch Romeo kehrt zurück, um sie zu sehen. Er macht ihr einen Heiratsantrag. Julia verspricht ihm, dass sie sich verloben, wenn er bis zum nächsten Tag Bescheid gibt. Am nächsten Tag bittet Romeo Pater Laurence (Peter Postlethwaite), sie zu trauen, und er willigt ein. Romeo gibt die Nachricht durch Julias Amme (Miriam Margolyes) weiter, und bald darauf heiraten sie. Tybalt begegnet Mercutio und Romeo am Strand. Romeo versucht, Frieden zu schließen, doch Tybalt greift ihn an. Mercutio greift ein, schlägt Tybalt und ist kurz davor, ihn zu töten, als Romeo ihn aufhält. Tybalt nutzt die Gelegenheit, um Mercutio tödlich zu verwunden, der beide Häuser verflucht, bevor er stirbt. Wütend verfolgt Romeo den fliehenden Tybalt und erschießt ihn, um Mercutios Tod zu rächen. Hauptmann Prince verbannt Romeo aus der Stadt und versteckt sich bei Pater Laurence. Die Amme kommt und sagt ihm, dass Julia auf ihn wartet. Romeo klettert auf Julias Balkon, und sie vollziehen ihre Ehe. Romeo reist am nächsten Morgen ab. Unterdessen beschließt Fulgencio, dass Julia Dave Paris (Paul Rudd), den Sohn des Gouverneurs, heiraten wird. Am nächsten Morgen teilt Gloria Julia mit, dass sie Paris heiraten soll. Als Julia sich weigert, greift Fulgencio sie körperlich an und droht, sie zu enterben. Julia flieht und sucht Pater Laurence auf, fleht ihn um Hilfe an und droht mit Selbstmord. Pater Laurence gibt ihr einen Trank, mit dem sie ihren eigenen Tod vortäuschen kann. Anschließend wird sie in die Gruft der Capulets gebracht und erwacht 24 Stunden später. Pater Laurence schwört, Romeo per Nachtbrief über das Komplott zu informieren. Doch der Brief erreicht Romeo leider nicht. Als er die vermeintlich tote Julia aufgebahrt in der Kirche sieht, nimmt er ebenfalls Gift ein, dass er sich besorgt hat. Gerade in diesem Moment wacht Julia auf. Als sie sieht, dass Romeo in ihren Armen stirbt, nimmt sie seine Waffe und schießt sich in den Kopf...


Der Film spielte 147 Millionen Dollar ein und war der zweite Film in Luhrmanns Red Curtain Trilogie, die mit "Strictly Ballroom" 1992 ihren Anfang nahm und mit "Moulin Rouge" im Jahr 2001 komplettiert wurde. Art und Set Decoration erhielten eine Oscarnominierung. Leonardo di Caprio überzeugte die Juroren bei den Fimfestspielen in Berlin, er erhielt den Silbernen Bären. Ein Film mit einem sehr überzeugenden Liebespaar. 



Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

 

Strictly Ballroom


Regie: Baz Luhrman

Tanzen nach den Turnierregeln..

Der mitreissende Tanzfilm "Strictly Ballroom" aus dem Jahr 1992 ist ein echter Kultfilm und das Regiedebüt des australischen Regisseurs Baz Luhrmann. Nach seinem Kinoeinsatz wurde ein Umsatz von 80 Millionen australischen Dollar gezählt (ca. 52 Millionen US-Dollar), was ihn nach den beiden "Crocodile Dundee" Filmen zum dritterfolgreichsten australischen Kinoerfolg machte. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück aus dem Jahr 1986, das ebenfalls von Luhrmann produziert wurde. Es wurden für die Filmversion viele professionelle Tänzer gecastet - so auch der attraktive Paul Mercurio, der nach seiner kurzen Kinokarriere wieder zum Turniertanz zurückkehrte. Scott Hastings (Paul Mercurio), der frustrierte Sohn einer Familie von Gesellschaftstänzern, trainiert seit seinem sechsten Lebensjahr. Seine Mutter Shirley (Pat Thomson) unterrichtet Gesellschaftstanz, und sein Vater Doug
(Barry Otto) kümmert sich bescheiden um die Wartungsarbeiten im Tanzstudio, während er sich in einem Hinterzimmer heimlich alte Aufnahmen seiner vergangenen Tanzwettbewerbe sowie von Scott ansieht. Scott kämpft darum, seinen persönlichen Tanzstil zu etablieren, um die Pan-Pacific Grand Prix Dancing Championship zu gewinnen, aber seine innovativen und auffälligen "Publikums-erfreulichen“ Schritte gelten nicht als „rein Ballsaal“ und werden als solche vom Chef der Australian Dancing Federation, Barry Fife (Bill Hunter), angeprangert. Scott und seine Tanzpartnerin Liz Holt (Gia Carides)verlieren die Southern Districts Waratah Championships, weil Scott seine eigenen Schritte tanzt. Drei Tage später verlässt Liz ihn, um sich mit Ken Railings (John Hannan), dem jetzigen Gewinner der Waratah Championships, zusammenzutun. Seine Partnerin Pam Short hat sich bei einem Autounfall beide Beine gebrochen. Da Scott jetzt allein ist, nur noch drei Wochen bis zur Meisterschaft, tut sich Shirley mit seinem Trainer Les Kendall (Peter Whitford), dem Co-Trainer im Studio, zusammen, um verzweifelt nach einem neuen Partner für ihn zu suchen. Währenddessen wird Scott, ohne dass beide es wissen, von dem Mauerblümchen Fran (Tara Morice) angesprochen, die natürlich durch ihre Schüchternheit ständig übersehen wird. Er willigt schließlich ein, mit ihr zusammenzuarbeiten, fasziniert von ihrer Bereitschaft "auf seine Art“ zu tanzen. Sie tanzen gemeinsam "Paso Doble" und sie kommen sich näher. Das Paar steht vor der ersten Hürde, als Fife, der Scott davon abhalten will, den Status quo des Tanzsports zu gefährden und eine Partnerschaft mit der etablierten Meistertänzerin Tina Sparkle (Sonia Kruger) arrangiert hat.Obwohl Scott, der sich ein inzwischen in Fran verguckt hat und viel lieber mit ihr in den Wettbewerb gehen würde, entsccheidet er sich vorerst aufgrund einer gezielten Lüge von Fife doch für die professionelle und etablierte Tina Sparkle. Doch das ist noch lange nicht das Ende...

Am Schluß steht der Kuss und "Love is in the Air" - "Strictly Ballroom" war mit 8 Auszeichnungen der große Abräumer der australischen Film Institute Awards und es gab eine Golden Globe Nominierung für den besten Film, dazu kam eine Auszeichnung für Baz Luhrmann bei den Filmfestspielen in Cannes und die Macher durften sich auch über 3 Britische Filmpreise freuen. Vor allem schuf Baz Luhrmann einen echten Wohlfühlfilm, der die Gemeinde der Turniertänzer und -tänzerinnen satrisch beleuchtet, Luhrmann schreckt dabei auch nicht zurück die Organisatoren und die Profitänzer sowie den gesamten Anhang und die Fanbase als Karikaturen zu präsentieren.


Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

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Regie: James Mangold  Musikalische Weiterentwicklung... Biopics von großen Pop- und Rockstars sind seit "Walk the line" von James...