Carmen Jones

Carmen Jones

Montag, 19. Mai 2025

Last Days (Gus van Sant)


Regie: Gus van Sant

Die letzten Tage eines Rockmusikers...

Der 2005 realisierte Musikerfilm "Last Days" ist der dritte und letzte Teil von Gus van Sants sogenannter "Todestrilogie", die mit "Gerry" im Jahr 2002 begann und ein Jahr später mit "Elephant" fortgesetzt wurde. Dialoge und Erzähulungen sind in allen drei Filmen nur spärlich eingesetzt, auch die Szenen verlaufen nicht linear. Am besten hat diese Machart bei "Elephant" funktioniert. In "Paranoid Park" dem nächsten van Sant Film nach "Lost Days" verwendet der Regisseur dieselbe Technik erneut.  Ein junger Musiker namens Blake (Michael Pitt) schleicht sich aus einer Reha-Klinik und geht durch einen Wald nach Hause. Er schwimmt durch einen See und macht sich ein Lagerfeuer für die Nacht. Am nächsten Tag kommt er nach Hause und zieht sich um. Er läuft mit einer Schrotflinte im Haus umher und zielt auf seine schlafenden Mitbewohner Scott (Scott Patrick Green), Luke (Lucas Haas), Asia (Asia Argento) und Nicole (Nicole Vicious). Er wird von einem Vertreter der Gelben Seiten (Thadeus A. Thomas), begrüßt, der mit ihm über eine Anzeige im kommenden Buch spricht. Er erhält einen Anruf von seiner Plattenfirma, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er und seine Band eine weitere Tournee machen müssen und es wichtig sei, die gebuchten Termine einzuhalten. Doch Blake legt auf. Er geht nach oben und schläft in einem der Zimmer auf dem Boden ein. Asia erwacht und findet ihn schlafend vor, als zwei Missionare der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Adam und Andy Friberg) an der Tür stehen. Scott und Luke öffnen die Tür, und die beiden Missionare erzählen ihnen von ihrer Kirche und ihren Lehren. Blake zieht sich um und verlässt das Haus, um in den Schuppen draußen zu gehen, während die Missionare gehen. Scott, Luke, Asia und Nicole gehen, und Blake geht zurück ins Haus. Sein Freund Donovan (Ryan Orion) und ein Privatdetektiv (Ricky Jay) kommen zum Haus. Blake geht, während sie sich im Haus nach ihm umsehen. Er wartet, bis sie weg sind, bevor er das Haus wieder betritt. Er spielt mit Gitarre und Schlagzeug herum und lässt sie zusammen mit seinem Gesang in Dauerschleife laufen. Er hört auf, als seine Plattenmanagerin (Kim Gordon) vorbeikommt und versucht, ihn dazu zu bewegen, mit ihr zu gehen, aber Blake weigert sich. Blake geht an diesem Abend in einen Rockclub, wo ein Freund auf ihn zukommt und ihm erzählt, wie er auf einem Grateful-Dead-Konzert war. Blake geht, bevor sein Freund die Geschichte zu Ende erzählen kann. Blake geht nach Hause, wo Scott etwas von seinem Geld nimmt und Luke Blake um Hilfe bei einem Song bittet. Scott erzählt Luke, dass Donovan einen Privatdetektiv dabei hatte und dass sie gehen sollten. Nachdem Scott und Luke oben Sex hatten, spielt Blake ein letztes Mal Akustikgitarre, bevor er zum Schuppen geht, wo er still sitzt und seinen Mitbewohnern beim Gehen zusieht. Sie verbringen die Nacht im Haus ihres Freundes und sehen am nächsten Morgen die Nachrichten, in denen verkündet wird, dass Blake durch Selbstmord gestorben ist und ein Elektriker seine Leiche gefunden hat. Scott, Luke und Nicole steigen in ein Auto und fahren los. Sie fahren eine Autobahn entlang, während Luke auf dem Rücksitz Gitarre spielt....


Die Figur des drogenabhängigen und möglicherweise bereits psychotischen Rockstar Blake soll den Kultstar Kurt Cobain darstellen, der am 5. April 1994 im Alter von 27 Jahren verstarb. Vermutlich hat er sich das Leben genommen, denn in seinem Abschiedsbrief zitiert er den Neil Young Song "My my, hey hey out of the blue" mit den Lyrics “It’s better to burn out than to fade away" (Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen). "Last Days“ enthält zwei Eigenkompositionen von Michael Pitt: einen Akustiksong mit dem Titel "Death to Birth“ und einen elektrischen Jam mit dem Titel"„That Day“" Lukas Haas komponierte ein weiteres Stück, "Untitled“. Rodrigo Lopresti komponierte "Seen as None“ und "Pointless Ride“. Die Figur Scott hört „Venus in Furs“ von The Velvet Underground. Der hedonistische Lebensstil dieser letzten Tage hat das Ende der Existenz zur Folge - die karge Machart des Film erfordert die Geduld des Zuschauers. 


Bewertung: 6 von 10 Punkten.  

Jersey Boys


Regie: Clint Eastwood

Eine Boygroup aus Belleville..

Als Regisseur drehte Hollywoodstar Clint Eastwood vier Filme über Musik: Sein "Honky Tonk Man" wurde inspiriert durch das kurze Leben des Countrysängers Jimmy Rodgers. "Bird" ist eine Liebeserklärung an den Jazz und "Piano Blues" skizziert die Geschichte des Blues. Im Jahr 2014 verfilmte er das Jukebox Musical "Jersey Boys" von Bob Gaudio und Bo Crewe, das 2005 am Broadway uraufgeführt wurde und die Bandgeschichte der "Four Seasons" nacherzählt. Das Musical wurde ein weltweiter Erfolg. Darin wurden viele Hits der Band verwendet unter anderem die Klassiker "Big Girls dont Cry", "Sherry", "December 63", "My Eyes adored you", "Stay" und das unverwüstliche "Cant take my eyes off you". In Belleville, New Jersey, tritt Tommy DeVito (Vincent Piazza) 1951 zusammen mit seinem Bruder Nicky (Johnny Cannizzaro) und ihrem Freund Nick Massi (Michael Lomenda) als "The Variety Trio“ auf. Er lernt den 16-jährigen Frankie Castelluccio (John Lloyd Young) kennen, den Sohn eines Friseurs, der in der Nachbarschaft bereits für seine Gesangsstimme bekannt ist. Frankie genießt die Bewunderung des Gangsters Angelo „Gyp“ DeCarlo (Christopher Walken) aus der Genovese-Familie, der sich für ihn interessiert. Eines Nachts versucht die Gruppe, einen Tresor auszurauben, was zu ihrer späteren Festnahme durch die Polizei führt. Vor Gericht kommt Frankie mit einem Klaps auf die Finger davon, während Tommy zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt wird. Nach seiner Freilassung schließt sich Tommy der Gruppe wieder an und engagiert Frankie als Leadsänger. Frankie ändert seinen Künstlernamen zunächst in Frankie Vally und später in Frankie Valli. Bei einem Auftritt wird Frankie von einer Frau namens Mary Delgado (Renee Marino) verzaubert. Er lädt sie zum Abendessen ein, und die beiden heiraten bald. Die Gruppe, die nun "The Four Lovers“ heißt, braucht nach Nickys Weggang einen Songwriter. Tommys Freund Joe Pesci erzählt ihm von dem talentierten Singer-Songwriter Bob Gaudio (Erich Bergen) und lädt ihn ein, die Gruppe bei einem Auftritt zu hören. Gaudio ist von Vallis Gesang beeindruckt und sagt zu. Die Band hat bereits mehrere Demos aufgenommen und versucht, Interesse zu wecken, hat aber wenig Erfolg. Eines Tages unterzeichnet Produzent Bob Crewe (Mike Doyle) in New York einen Vertrag. Schnell wird ihnen jedoch klar, dass sie damit nur als Backgroundsänger für andere Künstler auftreten dürfen. Crewe meint, die Gruppe habe noch kein unverwechselbares Image oder einen unverwechselbaren Sound. Inspiriert von einem Bowlingbahn-Schild wird die Band in "The Four Seasons“ umbenannt und singt Crewe einen neuen Song, „"Sherry“, den Gaudio geschrieben hat. Dieser erklärt sich bereit, ihn aufzunehmen. "Sherry“ wird schnell ein kommerzieller Erfolg, gefolgt von zwei weiteren: „"Big Girls Don't Cry“ und "Walk Like a Man“. Vor einem Auftritt in der Ed Sullivan Show wird Valli jedoch vom Gangster Norman Waxman (Donny Kehr)angesprochen, einem Kredithai einer der anderen Fünf Familien, der behauptet, Tommy schulde ihm 150.000 Dollar. Frankie wendet sich an DeCarlo, der Waxman dazu bringt, der Gruppe die Rückzahlung der Schulden zu erlauben, die sich als erheblich höher herausstellen. Tommy muss für die Mafia-Komplizen in Las Vegas arbeiten, bis die Schulden beglichen sind. Nick, verärgert über Tommys Verantwortungslosigkeit, die fehlende Beteiligung an den Entscheidungen der Gruppe und die Tatsache, dass er seine Familie nie sehen kann, verlässt ebenfalls die Gruppe. Da die Band ständig auf Tournee gehen muss, um die Schulden abzubezahlen, engagiert sie Studiomusiker und wird zu Frankie Valli and the Four Seasons, wobei Gaudio nun ausschließlich als Songwriter und Produzent fungiert. Valli erfährt von seiner Ex-Frau Mary, dass seine drogenabhängige Tochter Francine (Freya Tingley) von zu Hause ausgerissen ist. Valli trifft seine entfremdete Tochter und bedauert, ihr in ihrer Kindheit kein besserer Vater gewesen zu sein. Er arrangiert außerdem, dass Gaudio ihr Gesangsunterricht gibt und Crewe ein Demo für sie aufnimmt. Einige Jahre später hat die Gruppe endlich Tommys Schulden beglichen. Dies fällt jedoch mit der Nachricht von Francines Tod durch eine Überdosis Drogen zusammen. Frankie und Mary trauern um ihre Tochter. Gaudio komponiert eine neue Nummer für Valli – seine erste als Solokünstler. Frankie zögert zunächst, da er noch trauert, stimmt aber schließlich zu. Der Song "Can’t Take My Eyes Off You“ wird ein kommerzieller Erfolg. 1990 stehen die Four Seasons kurz vor der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. Die Band spielt "Rag Doll“ auf der Bühne, ihren ersten gemeinsamen Auftritt seit über zwanzig Jahren. Die Musik verklingt, während die vier Männer abwechselnd zum Publikum sprechen. Ironischerweise arbeitet Tommy jetzt für Joe Pesci, einen Oscar-prämierten Schauspieler. Nick behauptet, seinen Ausstieg aus der Gruppe nicht zu bereuen und die Zeit mit seiner Familie zu genießen. Frankie tourt weiterhin solo, sehnt sich aber nach den Tagen zurück, als er mit den anderen auftrat. Bob hat sich nach Nashville, Tennessee, zurückgezogen. Frankie sagt, seine beste Zeit bei den Four Seasons sei vor deren Erfolg gewesen, "vier Typen unter einer Straßenlaterne, als alles noch vor uns lag...


Passend dazu als Musicaleinlage "December 63", der größte Hit der Band. Die Bandmitglieder fungierten mit als Produzenten. Insgesamt spielte der Film 67 Millionen Dollar ein, für das hohe Budget war das leider zu wenig Umsatz. Auch die Kritik reagierte eher verhalten. Die Geschichte von Aufstieg und Fall der Four Seasons ist absehbar, viel zu selten wird die emotionale Spannung in der Gruppe spürbar. Alles wirkt etwas distanziert in der musikalischen Zeitreise in die 50er und 60er Jahre. Trotz vieler guten Szenen fehlt irgendwie der Schwung und auch die Tiefe. 

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

I´m not there


Regie: Todd Haynes

Sechs Mal Bob Dylan...

Regisseur Todd Haynes hat sich vor allem mit den beiden Douglas Sirk Hommagen "Dem Himmel so fern" und "Carol" einen internationalen Namen gemacht. Sein erster Langfilm "Poison" brachte ihm den Großen Preis der Jury beim Sundance Film Festival, er wurde damit zu einem wichtigen Wegbereiter des New Queer Cinema. Mit der für ihn ungewöhnlichen fiktiven Bob Dylan Biografie "I´m not there" gewann er 2007 den Großen Preis der Jury bei den Filmfestspielen in Venedig. Cate Blanchett, die ebenfalls in die Rolle des legendären Singer-Songwriter und Lyriker schlüpft, gewann später den Golden Globe und bekam auch eine Oscar-Nominierung.  "I'm Not There“ verwendet eine nichtlineare Erzählweise und wechselt zwischen sechs Charakteren in separaten Handlungssträngen, inspiriert von der Musik und den vielen Leben Bob Dylans. Jeder Charakter repräsentiert eine andere Facette von Dylans öffentlichem Image: Dichter (Arthur Rimbaud), Prophet (Jack Rollins/Father John), Gesetzloser (Billy McCarty), Betrüger (Woody Guthrie), „Rock-’n’-Roll-Märtyrer“ (Jude Quinn) und „Star der Elektrizität“ (Robbie Clark). Produktionsnotizen des Verleihs The Weinstein Company erklären, dass der Film „das Leben und die Musik Bob Dylans als eine Reihe wechselnder Persönlichkeiten dramatisiert, die jeweils von einem anderen Schauspieler verkörpert werden – Dichter, Prophet, Gesetzloser, Betrüger, Star der Elektrizität, Rock-’n’-Roll-Märtyrer, wiedergeborener Christ – sechs Identitäten, die miteinander verwoben sind, sechs Organe, die durch eine Lebensgeschichte pumpen. Arthur Rimbaud, gespielt von Ben Whishaw:  Der 19-jährige Arthur Rimbaud wird von Vernehmern verhört. Seine kryptischen Antworten ziehen sich durch den gesamten Film, darunter Bemerkungen über Fatalismus, das Wesen von Dichtern, "sieben einfache Regeln für das Leben im Verborgenen“ und Chaos. Woody Guthrie, gespielt von Marcus Carl Frankling:  1959 reist ein elfjähriger Afroamerikaner namens Woody Guthrie mit Güterzügen durch den Mittleren Westen der USA. Mit einer Gitarre in einem Koffer mit dem Slogan "Diese Maschine tötet Faschisten“, spielt er Blues und singt über Themen wie Gewerkschaftsbewegung. Ein Teil eines Gesprächs zwischen Woody und zwei Landstreichern auf einem Güterzug über sein Leben in einer Stadt namens "Riddle“ ist direkt aus einem anderen Film, Ein Gesicht in der Menge“ (1957), übernommen. Als er kurz von einer afroamerikanischen Familie aufgenommen wird, rät ihm die Mutter, stattdessen über die Probleme seiner Zeit zu singen. In einem anderen Güterwagen wacht Woody auf, wird von anderen Landstreichern bedroht und fällt nach einer Schlägerei vom Zug in einen Fluss. Er ertrinkt beinahe, wird aber von einem weißen Paar gerettet, das ihn aufnimmt. Sie sind von seinem musikalischen Talent beeindruckt, doch Woody flüchtet, als sie einen Anruf aus einer Jugendstrafanstalt in Minnesota erhalten, in dem ihnen mitgeteilt wird, er sei ein entflohener Flüchtling. Als der Junge erfährt, dass der echte Woody Guthrie todkrank ist, reist er nach New Jersey, um Guthrie im Krankenhaus zu besuchen. Jack Rollins/Father John, gespielt von Christian Bale:  Die Karriere des Folkmusikers Jack Rollins wird als Dokumentarfilm inszeniert, erzählt von Interviewpartnern, darunter auch der Folksängerin Alice Fabian. Jack wird Anfang der 1960er Jahre zum Star der Folkszene von Greenwich Village und von seinen Fans für seine Protestlieder gelobt. Er unterschreibt bei Columbia Records, doch 1963, als der Vietnamkrieg eskaliert, hört er auf, Protestlieder zu singen und wendet sich von der Folkmusik ab, da er glaubt, dass beides keinen echten sozialen oder politischen Wandel bewirkt. Nach der Ermordung John F. Kennedys betrinkt sich Jack bei einer Zeremonie, bei der er eine Auszeichnung einer Bürgerrechtsorganisation entgegennimmt. Als er in seiner Dankesrede bemerkte, er habe in Kennedys Mörder Lee Harvey Oswald etwas von sich selbst gesehen, wurde er vom Publikum ausgebuht und verspottet. Er tauchte unter und begann 1974 einen Bibelstudienkurs in Stockton, Kalifornien. Er trat als wiedergeborener Christ hervor, brach seine Vergangenheit ab und wurde ordinierter Pfarrer, der unter dem Namen „Father John“ Gospelmusik aufführte. Robbie Clark Robbie Clark, gespielt von Heath Ledger: Ein 22-jähriger Schauspieler, der 1965 in dem biografischen Film "Grain of Sand“ den Jack Rollins spielt. Während der Dreharbeiten in Greenwich Village im Januar 1964 verliebt er sich in die französische Künstlerin Claire (Charlotte Gainsbourg), und sie heirateten bald. „Grain of Sand“ wird ein Hit und Robbie wurde zum Star. Doch ihre Beziehung gerät ins Wanken, und Claire beobachtet, wie Robbie mit anderen Frauen flirtet. Besonders empört ist sie, als er 1968 während eines Streits darüber, ob das Böse in der Welt zu ändern sei, die Meinung vertritt, Frauen könnten niemals Dichterinnen sein. Schließlich zieht Robbie aus dem gemeinsamen Haus aus und geht für vier Monate nach London, um einen Thriller zu drehen. Dort beginnt er eine Affäre mit seiner Filmpartnerin. Richard Nixons Ankündigung des Pariser Friedensabkommens im Januar 1973 veranlasst Claire dazu, die Scheidung einzureichen. Sie erhält das Sorgerecht für ihre beiden Töchter, erlaubt Robbie aber, mit ihnen eine Bootsfahrt zu unternehmen. Jude Quinn Jude Quinn, gespielt von Cate Blanchett ist ein beliebter ehemaliger Folksänger, dessen Auftritt mit einer kompletten Band und E-Gitarren bei einem Jazz- und Folkfestival in New England seine Fans empört und sie des Verrats bezichtigt. Auf seiner Reise nach London wird Jude vom Journalisten Keenan Jones gefragt, ob er desillusioniert sei oder glaube, dass die Folkmusik ihre Ziele des gesellschaftspolitischen Wandels nicht erreicht habe. Jude wird von einem Hotelangestellten angegriffen, hängt mit den Beatles herum, trifft seine ehemalige Geliebte Coco Rivington und den Dichter Allen Ginsberg, der behauptet, Jude habe sich "an Gott verkauft“. Im Interview mit Jude bemerkt Keenan, dass Judes Lieder von der Black Panther Party als Rekrutierungsinstrument genutzt werden. Er meint, Jude weigere sich, tiefe Gefühle zu entwickeln und sei gleichzeitig sehr verlegen. Jude ist beleidigt und verlässt das Interview. Bei einem Konzert mit "Ballad of a Thin Man“ wird Jude vom Publikum ausgebuht und als Judas“ beschimpft. Keenan enthüllt im Fernsehen, dass J trotz seiner Behauptungen einer turbulenten Vagabundenvergangenheit Jude ist in Wirklichkeit Aaron Jacob Edelstein, der gebildete Sohn eines Kaufhausbesitzers aus der Vorstadt, der Mittelschicht, aus Brookline, Massachusetts. Angesichts einer langen Reihe anstehender Europatourneen gerät Jude in den Drogenkonsum und kommt offenbar bei einem Motorradunfall ums Leben. Billy McCarty Der Gesetzlose Billy McCarty, gespielt von Richard Gere: vermutlich von Pat Garrett getötet, lebt versteckt und einsam in einer Hütte außerhalb des ländlichen Riddle, Missouri, einer surrealen Stadt, auf die im Woody-Guthrie-Abschnitt Bezug genommen wird. Als Billy erfährt, dass Commissioner Garrett die Stadt abreißen will, um eine Autobahn zu bauen, was mehrere Einwohner in den Selbstmord getrieben hat, fährt er ins Stadtzentrum und stellt Garrett zur Rede, der versucht, die Einwohner zu beschwichtigen. Garrett erkennt Billy, kann ihn aber nicht als den Gesetzlosen Billy the Kid einordnen. Als die Einwohner mit einem Aufstand drohen, wird Billy wegen Unruhestiftung ins Gefängnis geworfen. Sein Freund Homer befreit ihn aus seiner Gewalt und springt in einen Güterwagen eines vorbeifahrenden Zuges, wo er Woodys Gitarre findet. Während er davonfährt, äußert er sich zum Wesen von Freiheit und Identität. Der Film endet mit Aufnahmen von Dylan, der 1966 bei einem Live-Auftritt ein Mundharmonika-Solo spielt...


Irgendwie verwirrend, vor allem wenn man sich mit dem Leben von Bob Dylan nie beschäftigt hat. Der Film lebt von den visuellen Einfällen, die Schauspieler sind alle sehr engagiert bei der Sache.  Vor allem Cate Blanchetts Leistung ist ein aussergewöhnlich, und das nicht nur, weil sie als Jude Quinn den nervösen, amphetaminberauschten Dylan der Jahre 1965–1966 mit beunruhigender Genauigkeit verkörpert. Die Besetzung einer Frau in dieser Rolle offenbart eine Dimension des bissigen Dylan dieser Ära, die selten wahrgenommen wurde .Blanchetts durchscheinende Haut, ihre zarten Finger, ihre schlanke Statur und ihre flehenden Augen deuten auf die zuvor unsichtbare Verletzlichkeit und Angst hin, die Dylans stechende Wut anheizten.Für Hardcore Fans von Dylan ist der Film sicherlich eine Offenbarung und auch ein Mysterium, wie der Künstler selbst. Allerdings befürchte ich eine mangelnde Zugänglichkeit für die breite Öffentlichkeit - ich hatte Mühe mit der sicherlich künstlerisch gut gemachten filmischen Collage. 


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

 

Nashville


Regie: Robert Altman

It don´t worry me...

Nashville im US-Bundesstaat Tennessee hat ca. 600.000 Einwohner und ist das Zentrum der amerikanischen Country- und Western Music. Eine der populärsten Musikgenres in den USA und gleichzeitig die Musik der "Rednecks, der Konservativen, der christlichen Fundamentalisten, der von der Wirtschaft im Stich gelassenen Unterschicht und der vielen Fernfahrer. In den Texten wird von Liebe, Familie, Kindern, Heimweh, Fernweh und Patriotismus gesungen und gefiedelt. In Downtown Nashville befinden sich zahlreiche bekannte Musik-Clubs und Bars, in den fast immer Live Musik gespielt wird. Aus der Stadt wird auch seit 1925 die berühmte Liveshow Grand Ole Opry, das älteste noch existierende Radio-Muskprogramm in den Staaten, das lange schon auch im TV übertragen wird. Wie konservativ die Zuschauer und Zuhörer dieser Show sind und waren lässt sich am Auftritt von Elvis Presley am 2. Oktober 1954 beweisen. Ihm wurde danach von den Machern der Show dringend empfohlen die Musikkarriere zu stecken und wieder Lastwagen zu fahren.
Technisch verstärkt wird das dort ständig ablaufende"24 Stunden Rund um die Uhr Spektakel" mit eigenen Slogans und Werbeslogans. In Robert Altmans scheinbar purem Dokustreifen "Nashville" aus dem Jahr 1976 kommen noch zwei Varianten dazu: Es ist Wahljahr und der Politiker Hal Philip Walker (Thomas Hal Phillips) hat Chancen mit seinen poplulistischen Reden ins Weiße Haus zu kommen und es laufen die Vorbereitungen für Amerikas große 200 Jahr Feier.
Dort in diesem Musikmekka dreht sich alles um den Traum ganz weit nach oben zu kommen, viele junge Musiker und Bands reisen in die Stadt, weil sie wissen, dass dort das Herz und der Schmerz Amerikas musikalischen Ausdruck erhält und der Rest des Landes mit dieser Stilrichtung vollgepumpt wird. Alles ist Schein hier, man kann Plastik nicht mehr von Fleisch und Blut auseinanderhalten, weil beides bereits eine Art Symbiose gebildet hat. In der ersten Szene des Films erlebt der Zuschauer den neuen Song des Topstars Haven Hamilton (Henry Gibson) im Tonstudio. "I pray my sons won't go to war -But if they must, they must. I share our country's motto And in God I place my trust. We may have had our ups and downs Our times of trials and fears. But we must be doin' somethin' right To last 200 years." - ein Übersong für die anstehenden Feierlichkeiten. Dabei hat der populäre Toupetträger seine Karriere zu einem lukrativen Familienunternehmen gemacht, der Sohn Bud (Dave Peel) ist gleichzeitig Manager seines berühmten Daddys. Er streitet sich auch mit den zwei singenden Ladys Connie White (Karen Black) und der privat sehr zerbrechlichen und labilen Barbara Jean (Ronee Blakely) um die Krone von Nashville. Inzwischen ist auch das Wahlkampfteam von Walker eingetroffen, der mit seinem dröhnenden Lautsprecherwagen seine nichtssagenden Phrasen an den Mann bringt. Der Wahlkampfberater John Triplette (Michael Murphy) versucht den Big Star Haven als Gouverneur zu gewinnen. Triplette findet die Musik, die hier in der Stadt gemacht wird, sehr rückständig - aber das neue anspruchsvolle Folkalbum von Bill (Allan F. Nichols), Mary (Cristina Rains) und Tom (Keith Carradine) findet er sehr gut. Tom ist aber ein Frauenheld aus Passion und ruft heimlich die verheiratete Gospelsängerin Linnea Reese (Lily Tomlin) an, damit ein Date zustande kommt. Zuerst ziert sich die Frau mit ihren beiden taubstummen Kindern, doch dann kommt es doch zu einem Seitensprung. Kein Wunder, denn Tom singt auf der Bühne "I´m easy" und die Verführung klappt - ihr Mann (Ned Beatty), örtlicher Wahlhelfer für den kommenden Mann im weißen Haus, ist zu beschäftigt um überhaupt was zu bemerken. Barbara Jean indessen ist nahe dem Nervenzusammenbruch, doch sie kann ihre zahlreichen Fans wie den noch jungen Vietnam Veteranen Glenn Kelly (Scott Glen) oder Kenny Frasier (David Hayward), der auch mit seinem Geigenkasten angereist ist und bei Mr. Green (Keenan Wynn) ein Zimmer genommen hat. Der hat Besuch von seiner Nichte Martha (Shelley Duvall) aus Kalifornien bekommen, doch Tante Esther liegt im Krankenhaus - im Nachbarszimmer der kränkelnden Diva Barbara Jean, die von ihrem robusten Mann (Allan Garfield) umsorgt wird. Als eher nervig entpuppt sich die aufdringliche BBC Reporterin Opal (Geraldine Chaplin), die soviele Prominente wie möglich hier interviewen will. Davon gibts ja genug. Zu einer Party draussen kommt mal kurz Elliot Gould vorbei, im angesagten Club trifft man auf die britische Schauspielerin Julie Christie und sagt mal kurz "Hallo".  In diesem Geflecht von 24 Menschen, die sich in den gezeigten 5 Tagen in Nashville mal immer wieder über den Weg laufen, sind auch die jungen Gesangstalente Suellen Gay (Gwen Welles) und Winifred (Barbara Harris), die ihre Auftrittschance denn auch tatsächlich bekommen...


Und Letztere zeigt dabei sogar ihr Riesentalent mit der tragischen Schlußnummer "It don´t worry me" - geschrieben von Keith Carradine. Das besondere der Songs liegt auch darin, dass die meisten Schauspieler die Lieder selbst geschrieben haben und nicht nur textlich passen sie vortrefflich zum Filmgeschehen, sie lenken sogar den Fluß der Handlung und dieser scheinbar banalen Geschichten dieser zwei Dutzend Schicksale, die hier in zahlreichen Handlungssträngen chaotisch miteinander kollidieren. Doch dies scheint nur so - tatsächlich hat Altman dieses Storygeflecht sorgfältig miteinander verwoben. Politik und Unterhaltungsindustrie werden dabei ihrer Oberflächlichkeit und Unehrlichkeit völlig entlarvt. Ein Messer in die Wunde populistischer Meinungsmache sowohl im politischen Geschäft als auch in den entlarvenden Texten dieser HeileWelt Musik und machen aus dem amerikanischen Traum eine Alptraum. Für Altmans Meilenstein des Episodenfilms gabs 5 Oscar-Nominierungen, darunter die Nebendarstellerinnen Lily Tomlin und Ronee Blakely. Auch Regisseur Altman wurde nominiert und auch in der Hauptkategorie "bester Film" kam "Nashville" unter die besten Fünf. Es gab aber am Ende nur eine Auszeichnung: "I´m easy" gewann als bester Filmsong.


Bewertung: 10 von 10 Punkten. 

Carmen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Carlos Saura

Gefährliche Tanzproben..

Im Jahr 2004 erhielt der bekannte spanische Regisseur Carlos Saura den Europäischen Filmpreis für sein lebenswerk. In seiner aktiven Laufbahn bekam er dreimal den goldenen Bären von Berlin (Die Jagd, Peppermint Frappe, Los-Tempo) und dreimal einen Preis bei den Filmfestspielen in Cannes (Cousine Angelika, Züchte Raben, Carmen). Für die Filme "Mama wird 100 Jahre alt" und "Carmen" gabs auch eine Oscarnominierung als bester Auslandsfilm. Der Tanzfilm "Carmen" war sein größter kommerzieller Erfolg - eigentlich auch eine dicke Überraschung. Er belegte im Jahr 1983 mit über 2 Millionen verkaufter Kinotickets Platz 10 der deutschen Kinocharts und war weltweit zu seiner Zeit der größte Filmerfolg Spaniens in den USA. Dieser Rekord wurde erst fünf Jahre später durch Pedro Almodovars "Frauen am Rande eines Nervenzusammenbruchs" gebrochen. Während seiner erster Film "Los Golfos" noch vom italienischen Neorealismus inspririert wurde, sind seine Filme der 60er und 70er Jahre meist Spiegelbild der spanischen Gesellschaft während der Zeit des Franco Regimes. Erst ab den 80er Jahren dominierten Musik- und Tanfilme.  Der Choreograf Antonio (Teo Escarnilla) bereitet eine Aufführung von Georges Bizets Oper Carmen vor und möchte sie mit spanischer Musik und Flamenco-Tänzen bereichern. Er arbeitet mit Paco (Paco de Lucia) zusammen, einem Gitarristen, der die Originalmusik für sein Instrument adaptiert. Obwohl Antonio in seiner Flamenco-Schule nach der perfekten Carmen sucht, fällt es ihm schwer, die Richtige zu finden. Seine beste Tänzerin Cristina (Cristina Hoyos) gilt als zu alt für die Rolle. Doch die junge Tänzerin Carmen (Laura del Sol) fällt ihm während einer Probe auf und fesselt ihn mit ihrem feurigen Tanz und ihrer Anziehungskraft. Nach einer Flamenco-Show schenkt Antonio Carmen ein Buch von Prosper Mérimée und drängt sie, es zu lesen, da er überzeugt ist, dass sie für die Rolle bestimmt ist. Daraufhin beauftragt er Cristina, Carmen intensiv zu trainieren. Während der Proben leitet Antonio die Schauspieler an, sich das Bühnenbild und die Atmosphäre vorzustellen und so die Bühne für die intensive Rivalität zwischen Carmen und Cristina zu bereiten, die durch den Tanz zum Ausdruck kommt. Als Antonio sich in Carmen verliebt, erleben sie eine leidenschaftliche Begegnung. Doch Carmen verlässt das Haus plötzlich mitten in der Nacht und gibt bekannt, dass sie verheiratet ist. Trotzdem gibt Antonio ihr Geld, da sie behauptet, ihr Mann wolle neu anfangen. Carmens Ehemann offenbart jedoch seine Absicht, seine kriminellen Aktivitäten fortzusetzen, was zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen ihm und Antonio führt. In einer Schlüsselszene wird Carmens Verrat deutlich, als Antonio sie mit einem anderen Mann entdeckt. Trotz ihrer beruhigenden Worte kann Antonio es nicht ertragen, sie zu teilen. Die Spannung steigert sich, bis Antonio seine Geliebte Carmen scheinbar aus Eifersucht tötet..


Der Film verwischt die Grenzen zwischen Realität und Fiktion, während auch die reale Beziehung zwischen Antonio und Carmen auf der Bühne zerbricht. Schließlich führt Antonios Verzweiflung zur Tragödie und lässt das Publikum hinterfragen, was real und was Teil der Aufführung ist. Kein üblicher Kunstfilm - Saura liefert in den Bruchstücken der gezeigten Probearbeit eine furiose Carmen-Interpretation. es gelingt ihm aus dem Zusammenklang von Kunst und Wirklichkeit noch eine dritte interessante Ebene: Der Konflikt einer selbstbewussten, modernen Frau, die mit dem leidenschaftlichen Besitzanspruch eines Mannes konfrontiert wird. Dieser Film bietet mit seinem Tanztheater Viruosität und eine suggestive Dynamik. 



 Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Wonka


Regie: Paul King

Abenteuer eines Chocolatiers...

Der britische Regisseur Paul King schaffte mit den beiden "Paddington" Filmen seinen internationalen Durchbruch. Auch der Musicalfilm "Wonka" wurde mit einem Umsatz von 634 Millionen Dollar bei einem Budget von 125 Millionen Dollar ein riesiger Erfolg. Damit erreichte "Wonka" Platz 8 in den Kinojahrescharts. Der Regisseur schaffte es eine warmherzige Atmosphäre zu schaffen, gleichzeitig gelang es ihm aber auch die dunkleren Untertöne der Vorlage mit zu integrieren. Timothee Chalamet ist damit nach Gene Wilder ( Willy Wonka & the Chocolate Factory, 1971) und Johnny Depp (Charlie and the Chocolate Factory, 2005) der dritte erfolgreiche Darsteller von Willi Wonka, der Kinderbuchfigur von Roald Dahl.  Chalamet performt beinahe so albern und unterhaltsam wie Johnny Depp, auch wenn er etwas von der Schärfe seiner Vorgänger einbüßt. Die Machart kann man als atemberaubend altmodisch bezeichnen. Willy Wonka (Timothee Chalamet), ein junger Chocolatier, kommt in die Galeries Gourmet und träumt davon, ein eigenes Schokoladengeschäft zu eröffnen. Wonka wird von ihrem Kollegen Bleacher (Tom Davis) gezwungen, in Mrs. Scrubitts (Olivia Coleman) Pension zu wohnen, und unterschreibt aufgrund seiner amngelnden Lesefähigkeit unwissentlich einen räuberischen Vertrag. Er führt "Hoverchocs“ ein, die den Konsumenten fliegen lassen, doch die Einnahmen der konkurrierenden Chocolatiers Arthur Slugwort (Paterson Joseph) , Gerald Prodnose (Matt Lucas) und Felix Fickelgruber (Matthew Baynton) lassen die Einnahmen von der Polizei beschlagnahmen, weil Wonka seine Produkte verkauft, ohne einen eigene Laden zu haben. Da Wonka die exorbitanten Gebühren des Vertrags nicht bezahlen kann, muss er zusammen mit Mrs. Scrubbits Pflegetochter Noodle (Calah Lane) und den Mitgefangenen Abacus Crunch (Abacus Brunch), Piper Benz, Larry Chucklesworth und Lottie Bell in Scrubbitts Waschsalon arbeiten. Willy Wonka freundet sich mit Noodle an, die sich bereit erklärt, ihm das Lesen beizubringen. Währenddessen bestechen Slugworth und das "Schokoladenkartell“, bedroht von Wonkas Schokolade, den Polizeichef (Keegan Michael Key), um Wonka einzuschüchtern. Crunch, der zuvor als Buchhalter für Slugworth gearbeitet hat, enthüllt, dass das Kartell einen geheimen Schokoladentresor besitzt, der für Bestechungsgelder zur Aufrechterhaltung seiner Macht genutzt wird. Wonka und die Waschsalonmitarbeiter starten einen Schokoladenverkaufsfeldzug, um ihre Schulden zu begleichen, und nutzen die Abwasserkanäle der Stadt, um der Polizei zu entkommen. Wonka entdeckt später, dass seine Schokolade von einem Oompa Loompa namens Lofty (Hugh Grant) gestohlen wird, der Vergeltung für die Kakaobohnen sucht, die Wonka unter seiner Aufsicht aus Loompaland gestohlen hat. Wonka eröffnet endlich seinen Traum-Schokoladenladen, doch das Kartell besticht Scrubitt, um seine Schokolade mit Yeti-Schweiß zu sabotieren. Chaos bricht unter Wonkas Kunden aus und führt zur Zerstörung des Ladens. Wonka nimmt widerwillig das Angebot des Kartells an, alle Schulden zu begleichen, wenn er im Gegenzug die Stadt mit dem Boot verlässt...


Neil Hannon, der Leadsänger von Divine Comedy schrieb die Originalfilmsongs. Der Score wurde von Joby Talbot komponiert. In weiteren Rollen sind Sally Hawkins und Rowan Atkinson zu sehen. Chalamet wurde für seine Rolle mit einer Golden Globe Nominierung geehrt. 

Bewertung. 7 von 10 Punkten.

Greatest Showman


Regie: Michael Gracy

Der Zirkuspionier... 

Dem amerikanischen Zirkuspionier Phineas Taylor Barnim (1810 bis 1891) wurde mit dem Musical "Greates Showman"  von Michael Gracy ein schillerndes Denkmal gesetzt. Als Sohn eines Gastwirtes und Ladenbesitzer (Ellis Rubin spielt Barnim als Kind) beginnt seine Lehrzeit in kleinen Einzelhandelsgeschäften. Er führte selbst einen Laden und verkaufte Lose. "Greates Showman" erhielt für den Filmsong "This is me" eine Oscarnominierung und auch eine Golden Globe Nominierung. Bei letzterer Verleihung kam auch ein Sieg heraus.  Im 19. Jahrhundert arbeiten der junge P. T. Barnum und sein Vater Philo, ein Schneider, für die Familie Hallett. Barnum verliebt sich in ihre Tochter Charity (Skylar Dunn, später wird sie von Michelle Phillips gespielt). Als Charity die Mädchenschule besucht, schreiben sich die beiden Briefe, bis sie sich als Erwachsene wiedersehen. Sie heiraten schließlich und ziehen ihre beiden Töchter Caroline und Helen in New York City groß. Sie führen ein bescheidenes Leben, und obwohl Charity glücklich ist, sehnt sich Barnum (Hugh Jackman) nach mehr. Barnum verliert seinen Job als Schifffahrtskaufmann, als die Firma aufgrund eines Taifuns, der alle Frachtschiffe der Firma versenkt, in Konkurs geht. Später nimmt er einen Bankkredit auf und nutzt dabei täuschenderweise die verlorenen Schiffe seines ehemaligen Arbeitgebers als "Sicherheit“. Er eröffnet Barnums Amerikanisches Museum in Downtown Manhattan, das verschiedene Wachsfiguren zeigt. Der Kartenverkauf läuft schleppend, daher schlagen Caroline und Helen vor, etwas "Lebendiges“ zu präsentieren. Barnum engagiert „Freak“-Darsteller wie die bärtige Lettie Lutz (Keala Settle) und den kleinwüchsigen Charles Stratton (Sam Humphrey) Dies führt zu höheren Besucherzahlen, aber auch zu Protesten und schlechten Kritiken des bekannten Kritikers James Gordon Bennett (Paul Sparks). Barnum benennt sein Unternehmen in "Barnum's Circus“ um und engagiert den Dramatiker Phillip Carlyle (Zac Efron), um Werbung zu machen. Phillip ist fasziniert von der afroamerikanischen Trapezkünstlerin Anne Wheeler (Zeldana), doch er verbirgt seine Gefühle. Phillip arrangiert ein Treffen zwischen Barnum und seiner Truppe mit Königin Victoria (Gayle Ranking). Barnum überredet die berühmte schwedische Sängerin Jenny Lind (Rebecca Ferguson) zu einer Amerikatournee mit ihm als Manager. Linds Amerika-Debüt ist ein Erfolg. Während ihres Liedes sehen Phillips Eltern ihn und Anne Händchen halten, und er lässt schnell los. Als Barnum die Gunst aristokratischer Gönner gewinnt, distanziert er sich von seiner Truppe und rät ihnen, ohne ihn zu arbeiten. Niedergeschlagen beschließen sie, sich ihren Peinigern entgegenzustellen. Als Phillip und Anne gemeinsam ins Theater gehen, treffen sie Phillips Eltern. Diese werfen ihm vor, "mit dem Personal herumzustolzieren“. Phillip versucht Anne davon zu überzeugen, dass sie zusammen sein können, doch sie ist anderer Meinung und meint, sie würden nie gesellschaftlich akzeptiert werden .Als Barnum Lind auf eine US-Tournee mitnimmt, fühlt sich Charity, die zu Hause bei den Mädchen bleibt, von ihrem Mann isoliert. Während der Tournee entwickelt Lind eine romantische Anziehung zu Barnum. Als er ihre Avancen zurückweist, droht sie mit ihrem Ausstieg und revanchiert sich später mit einem Kuss am Ende ihrer letzten Show, die von der Presse fotografiert wird...


Weltweit wurden damit 435 Millionen US-Dollar eingespielt, bei einem Produktionsbudget von 84 Millionen US-Dollar. Es ist das dritterfolgreichste Musical aller Zeiten in Nordamerika und auch das dritterfolgreichste weltweit. "The Greatest Showman ist ein gelungener Film, bei dem alles zusammenpasst, der aber mit einer Stunde und 45 Minuten wie im Flug vergeht, und die Verbindung, die er zwischen P. T. Barnum und dem Zeitgeist von heute herstellt, ist sehr gelungen. Ein gelungener Wohlfühlfilm, der auch das Thema Akzeptanz für Minderheiten und Aussenseiter in sich trägt.  Der Film bietet atemberaubende, gut choreografierte Nummern mit eingängigen Melodien. Auch die Besetzung ist eine der Stärken des Films.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Chanson der Liebe


Regie:  Christophe Honore

Liebe ist so einfach...

Typisch französisch: Regisseur Christophe Honoré erinnert mit "Chanson der Liebe" an weitere französische Filmklassiker wie "Die Regenschirme von Cherbourg" von Jacques Demy oder Alain Resnais`"Das Leben ist ein Chanson". Filme, die ebenfalls die Tragik des Lebens melancholisch in ein Musical mit Chansons gepackt haben.
Die 13 stillen und fragilen Lieder des Komponisten Alex Beaupain wurden sogar 2008 mit dem Cesar für die beste Musik ausgezeichnet. Kein Wunder, die Lieder erinnern an den derzeit immer noch stark angesagten Sound der Nouvelle Scene mit Künstlern wie Benjamin Biolay, Keren Ann oder Coralie Clement. Diese Lieder fließen unbeschwert und federleicht in die Handlung ein, unterstützen den emotionalen Dialog und transportieren exakt die schwer zu fassende, wunderschöne melancholische Stimmung des Films. Verstärkt wird dies mit faszinierenden Bildern von der Stadt der Liebe Paris und so gesehen ist Honores Arbeit der dritte bemerkenswerte Paris-Film der letzten Monate. Während "So ist Paris" und "Paris Je`taime" ziemlich markant und gezielt ihr Großstadtbild vermitteln, gelingt es "Chanson der Liebe" total leicht und selbstverständlich die Stimmungen der Metropole und einige der Menschen, die dort wohnen, einzufangen. Es ist Herbst und Winter in Paris und Liebe ist so leicht...
Julie (Ludivine Sagnier) und der verträumte Ismaël(Louis Garrel) sind schon seit längerem ein Paar, auch Julies Familie ist von Ismael begeistert.
Doch die Beziehung leidet unter dem Alltag und der Routine, ist somit ein wenig langweilig und zu vorhersehbar geworden. Beide wünschen sich neue Reize. Schuwpps ist man in einer Dreierbeziehung: Die beiden teilen mit Ismaels Arbeitskollegin Alice (Clotilde Hesme) das Bett und die Zärtlichkeiten. Gemeinsam singen und tanzen die drei unbeschwert durch die nächtlichen Straßen der Metropole. Dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu: Julie stirbt plötzlich und ganz unerwartet an den Folgen einer Hirnblutung. Es ist Verzweiflung und Trauer angesagt. Sämtliche Versuche wieder ins Leben einzutauchen scheitern, auch die Bemühungen von Julies älterer Schwester Jeanne (Chiara Mastroianni). Dann hat sich auch noch der junge Bretone Erwann (Grégoire Leprince-Ringuet)in Ismael verguckt...



Tja, solche unverklemmente Liebesfilme können nur die Franzosen machen. Der Film packt sehr schnell, vor allem Romantiker, Melancholiker, frisch verliebte und Leute, die sich gern mal wieder verlieben wollen.
Eine deutsche Synchronfassung gibt es nicht, der Film ist in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln...

Bewertung: 8 von 10 Punkten

The Doors


Regie: Oliver Stone

Das kurze Leben des Jim Morrison...

Der 1991 entstandene Musikerfilm "The Doors" von Oliver Stone ist vor allem ein Film, der sich mit dem Mythos des Leadsängers Jim Morrison auseinandersetzt. Mit ihren Rocksongs voller Verheißungen, einer faszinierenden Metaphorik, hypnotischen Gebärden und genauso hypnotischen Sounds sowie den rebellischen zornigen Äußerungen trafen die Doors das Lebensgefühl einer Generation von aufbegehrenden junger Menschen, die sich gegen den Vietnamkrieg wandten und/oder bewusstseinserweiternde Drogen ausprobierten. Dabei sah Jim Morrison sehr attraktiv aus. Der Fotograf Joel Brodsky setzte den Doors Frontmann bereits 1967 mit einigen Schwarzweiß Fotos erotisch in Szene. Die Frauen machten ihn so auch zum neuen Sexsymbol Amerikas.  1949 reisen der junge Jim Morrison (Sean Stone, später Val Kilmer) und seine Familie auf einer Wüstenstraße in New Mexico, wo sie auf einen Autounfall stoßen und einen älteren amerikanischen Ureinwohner am Straßenrand sterben sehen. 1965 kommt Jim nach Kalifornien und integriert sich in die Kultur von Venice Beach. Während seines Studiums an der UCLA lernt er Pamela Courson (Meg Ryan) kennen, die beiden verlieben sich und werden ein Paar. Außerdem begegnet er Ray Manzarek (Kyle McLachlan) zum ersten Mal sowie Robby Krieger (Frank Whaley)und John Densmore (Kevin Dillon), die zusammen mit Morrison die Doors gründen. Jim überredet seine Bandkollegen, ins Death Valley zu reisen und die Wirkung psychedelischer Drogen zu erleben. Zurück in Los Angeles spielen sie mehrere Konzerte im berühmten Nachtclub Whisky a Go Go und entwickeln eine begeisterte Fangemeinde. Jims Bühnenauftritte und seine anstößige Darbietung des Bandsongs "The End“ erzürnen die Clubbesitzer, und die Band wird des Lokals verwiesen. Nach der Show werden sie von den Produzenten Paul A. Rothchild (Michael Wincott) und Jac Holzman (Marc Moses) von Elektra Records angesprochen und erhalten ein Angebot für die Aufnahme ihres ersten Albums. Die Doors werden bald zu einem Auftritt in der Ed Sullivan Show eingeladen, doch einer der Produzenten weist sie an, den Text "girl we couldn't get much higher“ im Song "Light My Fire“ aufgrund eines Drogenbezugs zu ändern. Trotzdem singt Morrison den Originaltext während der Live-Übertragung, und die Band darf nicht mehr in der Show auftreten. Mit dem anhaltenden Erfolg der Doors verfällt Jim zunehmend seinem eigenen Image als "Echsenkönig“ und entwickelt eine Alkohol- und Drogensucht. Jim freundet sich mit der Rockjournalistin Patricia Kennealy (Kathleen Quinlan) an, die ihn in ihre Hexerei verwickelt und an einer mystischen Handfasting-Zeremonie teilnimmt. Währenddessen beobachtet ein älterer Geist (es ist immer dieser sterbende Indianer aus dem Autounfall, den er als Junge mit ansieht) diese Ereignisse. Der Rest der Band wird Jims verpassten Aufnahmesitzungen und Konzerten überdrüssig. Jim kommt zu spät und betrunken zu einem Konzert in Miami, Florida. Er wird dem Publikum gegenüber zunehmend konfrontativ und droht, sich auf der Bühne zu entblößen. Der Vorfall markiert einen Tiefpunkt für die Band und führt zu Strafanzeigen gegen Jim, Absagen von Auftritten, dem Scheitern von Jims persönlichen Beziehungen und dem Groll der anderen Bandmitglieder. 1970 wird Jim nach einem langwierigen Prozess der Erregung öffentlichen Ärgernisses für schuldig befunden und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Er bleibt jedoch bis zum Ausgang der Berufung gegen Kaution auf freiem Fuß. Patricia erzählt Jim, dass sie von ihm schwanger ist, doch Jim überredet sie zu einer Abtreibung. Jim besucht seine Bandkollegen ein letztes Mal auf einer von Ray ausgerichteten Geburtstagsparty, wünscht der Band viel Glück für ihre Zukunft und schenkt jedem von ihnen ein Exemplar seines Gedichtbandes "An American Prayer“. Als Jim mit den Kindern im Vorgarten spielt, sieht er, dass eines von ihnen sein Kindheits-Ich ist, und kommentiert: "Das ist das seltsamste Leben, das ich je gekannt habe“ (eine Textzeile aus dem Doors-Song "Waiting for the Sun“), bevor er ohnmächtig wird. 1971 ziehen Jim und Pam nach Paris, um dem Druck des L.A.-Lebens zu entfliehen. Am Abend des 3. Juli findet Pam Jim tot in der Badewanne ihrer Wohnung. Er wird auf dem Friedhof Père Lachaise begraben, neben anderen berühmten Persönlichkeiten wie Oscar Wilde, Marcel Proust und Molière. Auch Pam stirbt drei Jahre später im Alter von 27 Jahren..


Stone inszenierte Morrison vielleicht zu oft als Drogenjunkie mit der Flasche oder der Spritze in der Hand. Dabei bleibt vielleicht der nachdenkliche Poet auf der Strecke. Immerhin gab der Film Val Kilmer die Gelegenheit sein Können zu zeigen. Von Dämonen zerfressen und ständig mit Exzessen und zügellosen Sexerlebnissen die Abgründe seiner Seele zu suchen...das ist eine nicht gerade sympathische Rolle, die er hier spielen musste. Als Mensch vielleicht verloren, als Musiker genial - wenn man an die unsterblichen Klassiker denkt, die er gemacht hat: "Riders on the storm", "The End", "Break on through (to the other side) oder "Light my fire" denkt. Interessanterweise hat Kilmer einige der LiveSongs aus dem Doors Repertoire für den Film selbst eingesungen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten

Die Commitments


Regie: Alan Parker

Soul aus Dublin... 

Regisseur Alan Parker hat während seiner aktiven Laufbahn als Filmregisseur mehrere Musikfilm gedreht. 1980 gelang ihm ein Welterfolg mit "Fame", es folgte "Pink Floyd - The Wall" und in den 90er Jahren verfilmte er "Evita", das berühmte Musical von Andrew Lloyd Webber. Auch "The Commitents" stammt aus den frühen 90ern und ist die musikalische Verfilmung eines Romans von Roderick Doyle. Es ist die Geschichte der Gründung einer Band in Dublin, die sich vor allem für Soul und Blues begeistern können.  Nach achtwöchiger Kinolaufzeit beendete „The Commitments“ seine Kinolaufzeit mit einem Gesamteinspielergebnis von 14.919.570 US-Dollar. In Nordamerika war er der 80. umsatzstärkste Film des Jahres 1991, aber in Irland war er mit einem Einspielergebnis von 2,23 Millionen irischen Pfund (3,5 Millionen US-Dollar) der umsatzstärkste Film aller Zeiten. In Großbritannien erzielte er ein Einspielergebnis von 8.285.701 Pfund.  Im Norden Dublins, Irland, ist Jimmy Rabbitte (Robert Arkins) ein junger Musikfanatiker, der eine irische Soul- und Rock’n’Roll-Band in der Tradition afroamerikanischer Musiker der 1950er und 60er Jahre managen möchte. Er schaltet eine Anzeige in der Lokalzeitung und veranstaltet Vorsingen im Haus seiner Eltern. Nachdem er von mehreren ungeeigneten Künstlern überschwemmt wurde, beschließt Jimmy, eine Band aus Freunden und Bekannten zu gründen – Leadsänger Deco Cuffe (Andrew Strong), Gitarrist Outspan Foster (Glen Hansard) Keyboarder Steven Clifford (Michael Aherne), Altsaxophonist Dean Fay (Felin Gormley), Bassist Derek Scully (Kenneth McClusky) Schlagzeuger Billy Mooney (Dick Massey) und die Backgroundsängerinnen Bernie McGloughlin (Bronagh Gallagher), Natalie Murphy (Maria Doyle) und Imelda Quirke (Angeline Ball). Jimmy lernt dann den Trompeter Joey „The Lips“ Fagan (Johnny Murphy) kennen, einen erfahrenen Musiker, der seine Dienste anbietet und ungewöhnliche Geschichten über Begegnungen und die Zusammenarbeit mit berühmten Musikern zu erzählen hat. Joey nennt die Band "The Commitments“. Nachdem Jimmy ein Schlagzeug und ein Klavier von Stevens Großmutter gekauft hat, sichert er sich die restliche Musikausrüstung der Band von Duffy, einem Schwarzmarkthändler. Die Band probt im zweiten Stock über einer Billardhalle und überzeugt nach langem Üben ein örtliches Gemeindezentrum, ihnen unter dem Vorwand einer Anti-Heroin-Kampagne einen Auftritt zu geben. Jimmy engagiert daraufhin Mickah Wallace (David Finnegan), einen streitlustigen und aufbrausenden Türsteher, als Sicherheitspersonal. Die Band zieht ein gutes Publikum an, doch als Deco Derek versehentlich mit seinem Mikrofonständer trifft, explodieren die Verstärker, was zu einem Stromausfall führt. Die Spannungen unter den Bandmitgliedern nehmen zu, als Joey Natalie, dann Bernie und schließlich Imelda verführt, während Deco immer widerspenstiger und unbeherrschter wird und sich für den Star der Band hält. Die Streitereien eskalieren immer mehr zwischen guten Coverversionen von Wilson Pickett, Al Green, Marvellettes, Aretha Franklin, James Carr, Otis Redding, Ann Peebles, Roy Head, Mary Wells und Clarence Carter...


Der Autor des Romans war begeistert von der Verfilmung, die tatsächlich gut umgesetzt und originell ist...und die auch viel Lokalkolorit zeigt.  Fast jede Szene wird mit einer Pointe unterbrochen. Doch Parkers Sinn für Komik ist organisch; er lässt die Witze nie die Charaktere oder die Musik aus dem Rampenlicht drängen. Es besteht zwar keine Botschaft, es gibt auch kein Lösung für das Problem innerhalb der Bandmitglieder. Aber es schwingt so etwas wie eine Erinnerung an eine Zeit mit, in der die Filmfiguren noch am Anfang ihres Erwachsenenlebens stehen und sehr viel ausprobieren, dass leider später durch den Alltag ein Ende findet. Unter seiner rauen Oberfläche ist auch eine Zuneigung für diese Musiker zu erkennen. Für den Schnitt vergab die Academy eine Oscarnominierung, bei den British Film Awards siegte der Film in vier Kategorien, darunter als bester Film und Alan Parker wurde als der beste Regisseur ausgezeichnet. 


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Like a complete Unknown

Regie: James Mangold  Musikalische Weiterentwicklung... Biopics von großen Pop- und Rockstars sind seit "Walk the line" von James...