Regie: Olivier Dahan
Glücksgriff Cottilard...
Edith Piaf oder wie sie von den Franzosen liebevoll "La Mome" genannt wird: Hier ist der Film über ihre bewegtes Leben, die Stationen des Kindes Edith bis zum grossen Star, wo sich ihr Leben sehr stark auf den Bühnen und in schummrigen Garderoben abspielt, eine facettenreiche Lebensgeschichte, bei der am Ende schwere gesundheitliche Probleme stehen. Hervorgerufen durch verheerende Schicksalsschläge. In dieser Lebensphase wird das Suchtverhalten um eine Variante reicher: Neben dem Alkohol und der Sucht einen Auftritt als einziges Lebenselixir zu begreifen, kommt ein ausgeprägter sich steigernder Medikamentenmissbrauch dazu. Am Ende ihres kurzen Lebens (sie stirbt 1963 im Alter von 48 Jahren) sieht sie wie eine Greisin aus. Kurz vor dem Tod startete sie eine ganze Reihe von "Comebacks", die nicht selten mit dem grossen Zusammenbruch auf der Bühne endeten.
Soweit so gut. Der französische Director Olivier Dahan ist natürlich sehr authentisch, muss er ja auch: Die Franzosen kennen ihre La Mome und deren Lebensgeschichte in- und auswendig und er wäre gescheitert, wenn er konfabuliert hätte.
Er erzählt seine Geschichte nicht chronologisch oder linear, sondern die Rückblenden, die er wählt sind chaotisch angeordnet und geben der Inszenierung einen etwas verschachtelten Charakter. Es geht dem Regisseur vor allem die Gefühlswelt seiner Figur plausibel zu machen.
Mit dem Glücksgriff Marion Cottilard gelingt ihm sogar ein bisschen mehr, denn ihre Schauspielerleistung (vor allem die Gesten und der Gesichtsausdruck) ist natürlich schon sehr bemerkenswert, es gelingt ihr glaubwürdig diese Figur Edith Piaf in einer Zeitspanne von mehr als 30 Jahren, also sowohl als junges Mädchen als auch als alternde Diva, sehr beeindruckend darzustellen. Sozusagen alle Facetten vom prolligen Mädchen aus dem Milieu, zur gefeierten, aber verletzlichen Diva bis hin zum persönlichen Verfall.
Manche ihrer Szenen sind so beeindruckend, der Schauspielerin gelingt es mit einer enormen Ausdrucksstärke Schwächen des Drehbuchs, die eigentlich wenig Raum für die grosse Schauspielkunst im Dialog zulassen, mit der einen oder anderen Momentaufnahme für die Ewigkeit mehr als wettzumachen.
Was mich allerdings sehr irritiert hat, war die schludderige Art wie die Macher des Films das Thema "Soundtrack" realisiert haben.
Ich kenne Musikerbios, da wird einfach die Originalstimme genommen. Die einfachste Art. Etwas schwerer wird es dann, wenn die Macher das Risiko eingehen, den Sound komplett neu einzuspielen, als gelungenes Beispiel fällt mir "Walk the line" ein, da haben ja sogar die Darsteller die alten Cash und Carter Songs gesungen und es hat nach einer kurzen Irritation (weil diese Originale ja auch heilige Kühe sind) für meine Begriffe gut funktioniert, ja mehr noch: Es hat sogar das Vergnügen an dieser Musikerbiographie enorm gesteigert.
Edith Piaf oder wie sie von den Franzosen liebevoll "La Mome" genannt wird: Hier ist der Film über ihre bewegtes Leben, die Stationen des Kindes Edith bis zum grossen Star, wo sich ihr Leben sehr stark auf den Bühnen und in schummrigen Garderoben abspielt, eine facettenreiche Lebensgeschichte, bei der am Ende schwere gesundheitliche Probleme stehen. Hervorgerufen durch verheerende Schicksalsschläge. In dieser Lebensphase wird das Suchtverhalten um eine Variante reicher: Neben dem Alkohol und der Sucht einen Auftritt als einziges Lebenselixir zu begreifen, kommt ein ausgeprägter sich steigernder Medikamentenmissbrauch dazu. Am Ende ihres kurzen Lebens (sie stirbt 1963 im Alter von 48 Jahren) sieht sie wie eine Greisin aus. Kurz vor dem Tod startete sie eine ganze Reihe von "Comebacks", die nicht selten mit dem grossen Zusammenbruch auf der Bühne endeten.
Soweit so gut. Der französische Director Olivier Dahan ist natürlich sehr authentisch, muss er ja auch: Die Franzosen kennen ihre La Mome und deren Lebensgeschichte in- und auswendig und er wäre gescheitert, wenn er konfabuliert hätte.
Er erzählt seine Geschichte nicht chronologisch oder linear, sondern die Rückblenden, die er wählt sind chaotisch angeordnet und geben der Inszenierung einen etwas verschachtelten Charakter. Es geht dem Regisseur vor allem die Gefühlswelt seiner Figur plausibel zu machen.
Mit dem Glücksgriff Marion Cottilard gelingt ihm sogar ein bisschen mehr, denn ihre Schauspielerleistung (vor allem die Gesten und der Gesichtsausdruck) ist natürlich schon sehr bemerkenswert, es gelingt ihr glaubwürdig diese Figur Edith Piaf in einer Zeitspanne von mehr als 30 Jahren, also sowohl als junges Mädchen als auch als alternde Diva, sehr beeindruckend darzustellen. Sozusagen alle Facetten vom prolligen Mädchen aus dem Milieu, zur gefeierten, aber verletzlichen Diva bis hin zum persönlichen Verfall.
Manche ihrer Szenen sind so beeindruckend, der Schauspielerin gelingt es mit einer enormen Ausdrucksstärke Schwächen des Drehbuchs, die eigentlich wenig Raum für die grosse Schauspielkunst im Dialog zulassen, mit der einen oder anderen Momentaufnahme für die Ewigkeit mehr als wettzumachen.
Was mich allerdings sehr irritiert hat, war die schludderige Art wie die Macher des Films das Thema "Soundtrack" realisiert haben.
Ich kenne Musikerbios, da wird einfach die Originalstimme genommen. Die einfachste Art. Etwas schwerer wird es dann, wenn die Macher das Risiko eingehen, den Sound komplett neu einzuspielen, als gelungenes Beispiel fällt mir "Walk the line" ein, da haben ja sogar die Darsteller die alten Cash und Carter Songs gesungen und es hat nach einer kurzen Irritation (weil diese Originale ja auch heilige Kühe sind) für meine Begriffe gut funktioniert, ja mehr noch: Es hat sogar das Vergnügen an dieser Musikerbiographie enorm gesteigert.
In "La vie en Rose" musste man beide Möglichkeiten wahrnehmen, wahrscheinlich weil manche alte Aufnahme der Piaf für eine digitale Filmaufbereitung nicht unbedingt perfekt tauglich ist, deshalb wurde nur teilweise auf die Originalaufnahmen der Piaf zurückgegriffen. Gleich oft höre ich auch Aufnahmen von Studiosängerinnen, die m.E. nicht ganz so gut schlecht im Vergleich zur Originalstimme abschneiden, auch wenn es "Profisängerinnen" wie Jil Aigrot sind, die extra für diesen Film ausgesucht wurden - sie imitieren die Piaf. Es fehlt aber bei diesen Einspielungen genau das, was die Piaf berühmt machte, diese traurige Seele in der Stimme. Mich hat es leider sehr irritiert und es hat stellenweise den Genuss an diesem Film zumindest ein bisschen getrübt, denn es wird dann auch nicht so recht klar, warum die Piaf auf der Strasse entdeckt wurde und sofort ins Studio eingeladen wird und alle von diesem "Rohdiamanten" sprechen.
Das Milieu, in dem wir Edith Piaf zuschauen ist düster. Sie wurde ja in den Hinterhöfen von Paris groß geworden, bei Prostituierten oder bei Zirkusleuten. Es wirkt stellenweise sehr künstlich entworfen, verfehlt aber die Wirkung nicht.
Es wurde hier auch erfolgsorientiert auf den amerikanischen Markt geschielt und diese Rechung ging ja bestens auf, Marion Cottilard gewann den Oscar in diesem vielgelobten Film von Olivier Dahan. Einen Oscar für das beste Makeup und Hairstyling gabs obendrauf. Cottilard war auch siegreich bei den BAFTA Awards, bei der Vergabe der Golden Globe und bei den Cesars. Der Film spielte sehr gute 87 Millionen Dollar weltweit ein.
Bewertung: 8 von 10 Punkten.






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