Carmen Jones

Carmen Jones

Samstag, 29. März 2025

8 Frauen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Francois Ozon

Viva la Diva

Frankreich im Winter in den 50er Jahren: Ein malerisches, tief verschneites Landhaus irgendwo etwas abseits gelegen, es schneit fortwährend. Ein Reh ist ziemlich nah ans Haus gekommen und wagt fast einen Blick ins Fenster. Das Haus gehört einem reichen Unternehmer, der im Laufe des Films lediglich ein paar Mal kurz von hinten zu sehen sein wird.
Denn er wird frühzeitig ableben. Er wohnt dort mit seiner extravaganten Frau Gaby (Cathérine Deneuve), der jüngsten Tochter Cathérine (Ludivine Sagnier), einer im Rollstuhl sitzenden gebrechlichen, über 80 Jahre alten Schwiegermutter (Danielle Darrieux) und der Schwester von Gaby, der alten Jungfer Augustine (Isabelle Huppert.
Wie es sich für ein Herrenhaus gehört ist auch Dienstpersonal beschäftigt: Die langjährige treue Seele Madame Chanel (Firmine Richard) und die erst kürzlich eingestellte lasziv wirkende Louise (Emmanuelle Beart).
Gaby hat soeben mit dem Wagen die älteste Tochter Suzon (Virginie Leoyen) extra für die Festtage vom Bahnhof abgeholt. Suzon ist Studentin und wohnt in der Stadt.
Nun könnte eigentlich das gesegnete Weihnachtsfest im Kreis der Familie starten, aber der Hausherr fehlt. Er schläft wohl noch in seinem Zimmer in der ersten Etage. Eigentlich viel zu lange, als Louise fast schon zur Mittagszeit dann doch das Frühstück aufs Zimmer bringt, macht sie eine grausige Entdeckung: ER liegt auf seinem Bett mit einem Messer im Rücken.
Bis die Polizei benachrichtigt ist, soll das Zimmer abgeschlossen werden, damit keine Spuren mehr beseitigt werden können. Doch die Telefonschnur ist bereits von Unbekannt durchtrennt worden. Gaby lässt sich ihren Pelzmantel bringen und will mit dem Wagen zur Polizei, aber auch hier hat der Täter ganze Arbeit geleistet: Das Zündkabel ist herausgerissen. Im Garten läuft jemand, es ist Pierrette (Fanny Ardant), die Schwester des Verstorbenen. Somit sind die "8 Frauen" komplett und es gibt keinen Zweifel: Die Mörderin muss unter Ihnen sein...



Francois Ozon auf den Spuren von Jaques Derays "Regenschirme von Cherbourg" oder Alain Resanis "Das Leben ist ein Chanson", denn er belebt die seltene, aber beliebte Variante vom französischen Musicalfilm von Neuem und zwar so gut, dass die Idee einige Jahre später mit "Chanson der Liebe" eine erneute, schöne Fortsetzung fand.
Jede der 8 Frauen darf ein Chanson singen.
Was optisch an die Krimis von Agatha Christie erinnert, entstammt einem Boulevardstück von Robert Thomas.
Man merkt dem gesamten Film auch an, dass es Ozon wichtig war, an das Frauenkino eines George Cukor zu erinnern, der mit Filmen wie "Die Frauen" einen unvergesslichen Klassiker schuf. Ein Film, bei dem kein einziger Mann mitspielt.
Nicht zuletzt setzt Ozon allen Filmdiven mit seiner spielfreudigen und augenzwinkernden Geschichte ein Denkmal.
Die neunte Frau im Film ist übrigens Romy Schneider...grins.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkte

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