Regie: Francois Ozon
Viva la Diva
Frankreich im Winter in den 50er Jahren: Ein malerisches, tief
verschneites Landhaus irgendwo etwas abseits gelegen, es schneit
fortwährend. Ein Reh ist ziemlich nah ans Haus gekommen und wagt fast
einen Blick ins Fenster. Das Haus gehört einem reichen Unternehmer, der
im Laufe des Films lediglich ein paar Mal kurz von hinten zu sehen sein
wird.
Denn er wird frühzeitig ableben. Er wohnt dort mit seiner extravaganten
Frau Gaby (Cathérine Deneuve), der jüngsten Tochter Cathérine (Ludivine
Sagnier), einer im Rollstuhl sitzenden gebrechlichen, über 80 Jahre
alten Schwiegermutter (Danielle Darrieux) und der Schwester von Gaby,
der alten Jungfer Augustine (Isabelle Huppert.
Wie es sich für ein Herrenhaus gehört ist auch Dienstpersonal
beschäftigt: Die langjährige treue Seele Madame Chanel (Firmine Richard)
und die erst kürzlich eingestellte lasziv wirkende Louise (Emmanuelle
Beart).
Gaby hat soeben mit dem Wagen die älteste Tochter Suzon (Virginie
Leoyen) extra für die Festtage vom Bahnhof abgeholt. Suzon ist Studentin
und wohnt in der Stadt.
Nun könnte eigentlich das gesegnete Weihnachtsfest im Kreis der Familie
starten, aber der Hausherr fehlt. Er schläft wohl noch in seinem Zimmer
in der ersten Etage. Eigentlich viel zu lange, als Louise fast schon zur
Mittagszeit dann doch das Frühstück aufs Zimmer bringt, macht sie eine
grausige Entdeckung: ER liegt auf seinem Bett mit einem Messer im
Rücken.
Bis die Polizei benachrichtigt ist, soll das Zimmer abgeschlossen
werden, damit keine Spuren mehr beseitigt werden können. Doch die
Telefonschnur ist bereits von Unbekannt durchtrennt worden. Gaby lässt
sich ihren Pelzmantel bringen und will mit dem Wagen zur Polizei, aber
auch hier hat der Täter ganze Arbeit geleistet: Das Zündkabel ist
herausgerissen. Im Garten läuft jemand, es ist Pierrette (Fanny Ardant),
die Schwester des Verstorbenen. Somit sind die "8 Frauen" komplett und
es gibt keinen Zweifel: Die Mörderin muss unter Ihnen sein...
Francois Ozon auf den Spuren von Jaques Derays "Regenschirme von Cherbourg" oder Alain Resanis "Das Leben ist ein Chanson", denn er belebt die seltene, aber beliebte Variante vom französischen Musicalfilm von Neuem und zwar so gut, dass die Idee einige Jahre später mit "Chanson der Liebe" eine erneute, schöne Fortsetzung fand.
Jede der 8 Frauen darf ein Chanson singen.
Was optisch an die Krimis von Agatha Christie erinnert, entstammt einem Boulevardstück von Robert Thomas.
Man merkt dem gesamten Film auch an, dass es Ozon wichtig war, an das Frauenkino eines George Cukor zu erinnern, der mit Filmen wie "Die Frauen" einen unvergesslichen Klassiker schuf. Ein Film, bei dem kein einziger Mann mitspielt.
Nicht zuletzt setzt Ozon allen Filmdiven mit seiner spielfreudigen und augenzwinkernden Geschichte ein Denkmal.
Die neunte Frau im Film ist übrigens Romy Schneider...grins.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkte






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